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Nicht alles in der Bibel ist wörtlich zu nehmen

Kurs in Duderstadt Nicht alles in der Bibel ist wörtlich zu nehmen

Frommes Gehabe, Herunterbeten von unverstandenen Glaubenssätzen, Hineinlesen von Dingen, die nicht im Text stehen: Otto Büschleb (77) weiß genau, was er nicht will. Seit Februar bietet der katholische Pfarrer im Ruhestand, der 38 Jahre bei den Augustinern war, in Duderstadt einen Bibelkurs an.

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Otto Büschleb bietet in Duderstadt einen Bibelkurs an.

Quelle: mic

Duderstadt. Mehr als 40 Jahren engagiert sich Büschleb bereits in der theologischen Erwachsenenbildung, versucht Christen ihre Religion näherzubringen, sie für die Bibel zu interessieren. Dass vieles, was dort steht, mit dem modernen, wissenschaftlichen Weltbild nicht zusammenpasst, ist ihm bewusst. „Nicht alles ist wörtlich zu verstehen“, stellt er klar.

„Der Bibel enthält 20, 30 verschiedene Textgattungen, darunter auch märchenhaft klingende Mythen“, erklärt der Pfarrer. In der Genesis, im ersten Buch Mose, werde zum Beispiel von Gottessöhnen erzählt, die vom Himmel herabsteigen und mit Menschentöchtern ein Geschlecht von Riesen zeugen. Das lasse sich nur im Zusammenhang verstehen. Das Buch berichte von der zunehmenden Schlechtigkeit der Menschen, die zur Sintflut führe. Auch Fabeln, Hymnen oder Liebeslieder gebe es in der Heiligen Schrift.

„Vieles verstehen wir nur, wenn wir den historischen Kontext kennen“, erläutert Büschleb. Im Neuen Testament sei viel von Dämonen, von Schadensgeistern, die Rede. Mit solchen Geistern hätten sich die Menschen damals Krankheiten erklärt. Heute wüssten es die Ärzte besser. Mit Dämonen hätten die Juden um Christi Geburt begründet, warum manche Menschen im Zorn außer sich gerieten, warum sie von Geld, Macht oder Ehre besessen seien. „Es ist natürlich elegant, das Böse außerhalb von sich selbst zu suchen“, kommentiert Büschleb.

So vermittelt er in seiner Bibelarbeit Hintergrundwissen. Sorgfältig liest er mit seiner Gruppe den Text, greift immer wieder zum hebräischen und griechischen Originaltext der Bibel. Die in den Kirchen verwendete Einheitsübersetzung ist ihm oft zu ungenau. So schält die Gruppe die Botschaft des Buches heraus.

Der Pfarrer schlägt dann den Bogen zur Gegenwart. Was hat die Geschichte mit dem Leben heute zu tun? Wie lässt sich die biblische Botschaft heute umsetzen?

Der Bibelkurs von Pfarrer Otto Büschleb findet in ungraden Wochen montags von 19.30 Uhr an im Pfarrheim in Duderstadt, Bei der Oberkirche, statt.

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