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Bilshäuser Ortschronik soll 2016 erscheinen

Arbeit an den 300 Seiten Bilshäuser Ortschronik soll 2016 erscheinen

Um die Geschichte des Dorfes Bilshausen seit dem Jahr 1600 geht es in einer Chronik, an der der Duderstädter Historiker Hans-Reinhard Fricke gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt Bilshausen seit drei Jahren arbeitet. Ende 2016 soll das 300 Seiten starke Buch erscheinen.

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Treffen der Geschichtswerkstatt: Historiker Reinhard Fricke (5. v.l.) berichtet über das erste Kapitel der Chronik.

Quelle: Richter

Bilshausen. Die Geschichte bis 1600 hat bereits Hermann Bringmann im ersten Band der Chronik aufgearbeitet. Sie ist 1984 erschienen. Bringmann wollte die Fortsetzung eigentlich selber schreiben, starb aber zuvor. 30 Jahre ruhte die Arbeit. Dann ergriff der Gemeinderat die Initiative. Er engagierte Historiker Fricke, der sich vor allem um die Auswertung des Archivmaterials kümmert, und initiierte die Gründung der Geschichtswerkstatt. 14 Personen machen dort mit, darunter drei Lehrer und ein Arzt, aber auch ein Schlosser, ein Landwirt und ein Schüler.

Fricke stellte jetzt im Haus der Gemeindeverwaltung das erste Kapitel des geplanten Buchs vor. Bilshausen, so berichtete er, kam im Gegensatz zu den anderen Teilen des Eichsfelds erst spät, nämlich 1492, unter die politische Herrschaft des Erzbistums Mainz. Zuvor hatte der Hildesheimer Bischof über den nordwestlichen Eichsfeldzipfel geherrscht. Hildesheim versuchte bis zur Aufhebung der kirchlichen Fürstentümer 1803 die Herrschaft zurückzuerlangen.

Doch auch die Bilshäuser machten es den katholischen Mainzern nicht leicht, führte Fricke aus. Sie wurden 1537 evangelisch. Der Erzbischof beauftragte die Jesuiten mit der Rekatholisierung des Dorfes, die sich bis 1605 hinzog. Das hatte mit der Grenzlage zu den evangelischen Dörfern wie Gillersheim und Wulften zu tun. Eine Rolle spielte aber auch, dass das örtliche Adelsgeschlecht der Hardenberger, die als Patrone der Bilshäuser Kirche den Pfarrer bestimmten, lutherisch waren. „Die Jesuiten setzten die Menschen unter Druck“, berichtete der Historker. So verweigerten sie Lutheranern die Beisetzung auf dem örtlichen Friedhof.

Fricke wertete Quellen aus, die im Archiv in Wernigerode liegen. Für Bringmann waren sie zu DDR-Zeiten unerreichbar. Dort stieß der Historiker unter anderm auf Steuerlisten. Danach gab es um 1600 an die 100 Haushalte im Dorf, woraus Fricke auf 400 Einwohner schließt. Der Besitz im Dorf war sehr unterschiedlich verteilt. 13,5 Prozent der Bilshäuser zahlten 50 Prozent der Steuern.

Reich waren insbesondere die Pächter der großen Meierhöfe. Daneben gab es die sogenannten Hintersassen, von einem Grundherren abhängige Bauern, die Land gegen Zahlung von Abgaben bewirtschafteten. Es folgten die Köter, deren Land kaum für den Unterhalt reichte. Schließlich gab es um die 40 Haushalte ohne eigenes Land.

Von Michael Caspar

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