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Bio-Apfelsaft „Refujuice“ für Flüchtlingshilfe

Sammelaktionen auf Streuobstwiesen Bio-Apfelsaft „Refujuice“ für Flüchtlingshilfe

Eine doppelte Stoßrichtung verfolgt eine Initiative der Mosterei Malus aus Silkerode: Geschäftsführer Ingmar Dalchow will Hilfe für Flüchtlinge mit dem Erhalt alter  Streuobstwiesen verbinden. Das Projekt unter Leitung von Anna Goldhagen ist am Wochenende mit einer Apfel-Sammelaktion in Hilkerode gestartet.

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Reiche Ernte: Gemeinsamer Einsatz von Flüchtlingen und Einheimischen auf einer Streuobstwiese bei Hilkerode.

Quelle: Richter

Hilkerode. „Refujuice – ein Saft für eine Welt“ steht auf dem Label der Apfelsaft-Flaschen, deren Verkaufserlös in die regionale Flüchtlingshilfe fließen soll. Das Portmanteau-Wort verschmilzt die englischen Begriffe „refugees“ (Flüchtlinge) und „juice“ (Saft).

Auch in die Produktion werden Flüchtlinge eingebunden. Kooperationspartner sind die Caritas mit Thomas Gerdau von der aufsuchenden Flüchtlingsarbeit, die Duderstädter Integrationsprojekte Internationale Gärten und Café Grenzenlos. „Es gibt auf der einen Seite Neuankömmlinge, die sich hier integrieren wollen und Betätigung suchen, auf der anderen Seite immer mehr ungenutzte Streuobstwiesen, weil sich keiner mehr darum kümmert“, sagt Dalchow: „Die Lücke dazwischen schließen wir.“

Rund 300 Apfelbäume stehen auf der fünf Morgen großen Fläche bei Hilkerode, die Dalchow seit 25 Jahren bewirtschaftet. Sie tragen Namen wie Boskop, Goldparmäne, Ontario, Cox Orange, James Grieve, Herrnhut, Biesterfelder Renette und Kaiser-Wilhelm-Apfel – und haben in diesem Jahr reiche Früchte getragen.

Am Wochenende wurde die idyllische Streuobstwiese zum Begegnungraum. Rund 20 Flüchtlinge und fast ebensoviele Einheimische sammelten Äpfel für den „Refujuice“ ein, der gesondert gekeltert wird. Nach dem Pressen wird der Bio-Saft heiß in Flaschen gefüllt und dabei nicht gefiltert.

Prall und rot glänzten die Äpfel bei der Aktion in Hilkerode in der Oktobersonne und bedeckten den Boden, alle paar Sekunden plumpste ein weiterer Apfel vom Baum. „Wir haben schon vorgeschüttelt“, sagte Dalchow, als er Säcke und Eimer ausgab. Zur Stärkung gab es erst einmal eine Runde naturtrüben Apfelsaft für alle Helfer. Die Sammelaktion, der in diesem Monat zwei weitere in  Herzberg und Göttingen folgen sollen, richtete sich in erster Linie an ortsansässige Flüchtlinge, wurde aber spontan verstärkt durch einige Helfer aus der Erstaufnahmeeinrichtung Friedland.

Altenpfleger Alois Oppermann aus Dingelstedt, der zur Freude der Kinder seine Therapiehunde „Flower“ und „Gangster“ mitgebracht hatte, war ebenso dabei wie die syrische Familie Hussein und der Iraner Omed Najafian. Die Husseins leben seit September in Duderstadt, Najafian seit 2012. Kommunikationsprobleme gab es in der Apfelplantage nicht: Man verständigte sich mit Mimik und Gestik

Premiere beim Apfel- und Birnenmarkt
Allein die in Hilkerode gesammelten Äpfel reichen für 2000 bis 3000 Flaschen Saft, die in Handel, Gastronomie, Internet- und Direktverkauf gehen. Der Solidaritätssaft kann erstmals am Stand der Mosterei Malus beim Duderstädter Apfel- und Birnenmarkt probiert und erworben werden. Wer Interesse an den Sammelaktionen für den Benefiz-Apfelsaft „Ein Saft für eine Welt“ hat, kann sich unter Telefon 0 360 72 / 8 05 78 bei der Mosterei anmelden.
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©Richter