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Neue Streuobstwiese für 50 Sorten

Paten sollen Bäume pflegen Neue Streuobstwiese für 50 Sorten

„Es ist ein Geschenk und eine Aufgabe für die Zukunft“, sagt Bio-Bauer Pape. Damit alte und schon seltene Obstsorten nicht in Vergessenheit geraten, hat er mit Unterstützern am Wochenende bei Mackenrode etwa 50 Bäume gepflanzt, alles unterschiedliche Sorten. Paten sollen sich um sie kümmern.

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Ludwig Pape, Ulrich Scheide und Till Klee pflanzen einen Baum.

Quelle: Vetter

Landolfshausen. Schon jetzt sind sie drei bis vier Meter groß, richtig hochstämmige Bäume sollen es einmal werden. Bäume, die traditionelle Landwirte kaum noch kultivieren, weil die Ernte mit langen Leitern zu mühselig ist. Und Obstsorten, die schon in Vergessenheit geraten sind: Äpfel mit so ungewöhnlich klingenden Namen wie Topaz, Schneiderapfel, Jacob Lebel und Dülmener Herbstrosen sind dabei; aber auch Königskirsche, die Kirschen „Alexander Lucas“ sowie einige Pflaumen- und Birnensorten.

„Wir brauchen eine Rückbesinnung auf alte Sorten und ihre Verbreitung, bevor sie ganz vergessen sind“, sagt Pape. Trotzdem sind auch ein paar neue Sorten dabei, sogenannte Selektionen aus aktuellen Zuchtversuchen. Zu ihnen gehört ein Apfel mit rotem Fleisch, roten Blättern und rotem Holz.

Grundschule steigt mit ein

1,2 Hektar Land hat Pape am Suhlebach zwischen Groß Lengden und Landolfshausen gekauft. Etwa 50 Bäume pflanzen er und seine Freunde aus Umweltverbänden mit personeller und finanzieller Hilfe des „Landschaftspflegeverbandes Landkreis Göttingen“ in diesem Frühjahr, 50 weitere sollen im nächsten Jahr folgen. Kommende Woche steigt noch die Grundschule Groß Lengden mit ein, so Pape. Die Schüler sollen dann kleinere Obstbäume setzen und in den kommenden Jahren betreut werden.

Auch die bereits gepflanzten Hochstämme bekommen Starthilfe. Paten haben sie mit eingesetzt „und dabei gleich noch einen Pflanzkurs bekommen“, schwärmt Mitstreiterin Annette Ramaswamy aus Göttingen. Die Paten sollen die Bäume gießen, auf sie achten und können in etwa fünf Jahren die ersten Früchte ernten.

Mit Eifer dabei

Gemeinsam buddelten etwa 20 Helfer am Sonntag Löcher, setzten Haltepfosten ein, verrottbaren Schutzdraht gegen Wühlmäuse und schließlich die schon hoch gewachsenen Bäume. Unter den Helfern waren auch syrische Flüchtlinge, die die zurzeit in Günterode wohnen. „Eine großartige Idee und eine schöne Arbeit“, kommentierte Mohammed die Aktion, während er mit Eifer weitere Drahtgeflechte zurechtschnitt.

„Enkelkinder“ hat Pape die Streuobstwiese getauft - seine eigenen Enkelkinder Fabian (11) und Melina (8) Regner gehören zu den Paten. Auf der Wiese soll allerdings nicht nur Obst gedeihen. Wenn die Bäume groß genug sind, sollen dort auch Schafe weiden - „eine Doppelnutzung ganz nach alter Sitte“, so der Biobauer.

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©Richter