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Bioenergie: Gieboldehausen und Reiffenhausen sind zufrieden

Zwillingsregionen Bioenergie: Gieboldehausen und Reiffenhausen sind zufrieden

Wer sich für Geschichte, Kosten und Vorteile von regenerativen Energien und Bioenergiedörfern interessiert, der kann sich jetzt direkt auf einer großen Tafel vor der Biogasanlage Gieboldehausen informieren. Ausführlicher zogen die Bioenergie-Zwillingsregionen Göttingen und Wendland-Elbetal in Reiffenhausen Bilanz: und zwar eine positive.

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Dorothea Angel, Mario Sommer und Winfried Binder.

Quelle: ft

Gieboldehausen/Reiffenhausen. Sechs Jahre staatliche Förderung liegen hinter den Projekten. Die Förderzeit läuft aus. Von einst 25 geplanten Bioenergiedörfern in Deutschland sind 21 realisiert worden. Darunter nach dem Pionier-Projekt Jühnde im Landkreis die Anlagen in Reiffenhausen, Barlissen/Atzenhausen, Wollbrandshausen/Krebeck sowie die unter anderem Vorzeichen entstandene Gewerbe-Biogasanlage in Gieboldehausen. In der zweiten Hälfte der Förderzeit wurden die Bioenergie-Regionen jeweils mit einer Zwillingsregion gekoppelt – Göttingen mit Wendland-Elbetal, um von Erfahrungen anderer auf dem Pionier-Weg zu profitieren.

 
In Reiffenhausen etwa, so berichtete Wilfried Rühling, wurde 2008 mit 71 Verträgen gestartet. Als der Bau des Nahwärmenetzes begann, wollten schon 83 Haushalte sowie sämtliche öffentlichen Einrichtungen mitmachen. Heute beziehen 101 Haushalte, 60 Prozent aller Häuser, sowie im Sommer das Schwimmbad Nahwärme aus dem Biomasse-Kraftwerk und dem angeschlossenen Hackschnitzel-Heizwerk. Dass das so gut klappt, ist auch dem Förderprogramm mit zu verdanken. So untersuchten Ingenieure Schwachstellen und optimierten die Steuerung. Die Wärmeausbeute stieg um 15 Prozent.

 
Parallel taten die Dörfer etwas für die Artenvielfalt. Kritik an der Vermaisung der Landschaft – Mais bleibt die effizienteste Pflanze für Biogas – begegneten sie mit Versuchen, Wildpflanzen anzubauen. Verschiedene Arten wie Malven, Klee, Diesteln, Farn und Flockenblume blühen zu versetzten Zeiten, bieten Insekten viel Nahrung, bringen aber nur halb so viel Energie in die Anlagen. An mehreren Standorten wurde der Anbau von Pflanzenmischungen erprobt. Auch Mario Sommer aus Gieboldehausen machte  beim Anbauversuch mit: „Um Wildpflanzen im größeren Stil anzubauen müsste ein zusätzlicher Anreiz kommen“, so der Energiewirt. Die Anbautechnik habe aber bereits gut funktioniert. Ziel könnte es sein, so Hartmut Berndt vom Leader-Regionalmanagement, zehn Prozent Wildpflanzen-Masse zu nutzen. Das würde Ökostrom und Wärme aus Biomasse zwar verteuern, Abnehmer seien aber wegen biologischer Vorteile dazu wohl bereit. ck/ft

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