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Biogaserzeuger werben in Gieboldehausen

Genossenschaft und Wärmenetzbau Biogaserzeuger werben in Gieboldehausen

Die Betreiber der Gieboldehäuser Biogasanlage wollen auch Privathaushalte mit Wärme versorgen. Wärme durch Produktion von Strom aus Biogas gibt es genug.  Rund 20 Bürger informierten sich am Dienstagabend im Landcafé Erlenhof über Technik, Kosten und Gründung einer Wärme-Genossenschaft.

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Quelle: Richter

Gieboldehausen. Die Bioenergie Gieboldehausen GmbH versorgt über ihre Biogasanlage an der B 27 bereits Gieboldehäuser Schulen mit Wärme. Ein zweites Blockheizkraftwerk als sogenanntes Satellitenkraftwerk  steht im Gewerbegebiet auf dem Lidl-Parkplatz nördlich der B 27, verbunden durch eine Gasleitung mit der Biogasanlage. Derzeit wird nur ein Gewerbebetrieb mit Wärme versorgt. Überschüssige Wärme verpufft oder wird zur Holztrocknung genutzt. Falls sich genügend Abnehmer finden, könnte ein Bürger-Nahwärmenetz verlegt werden, das die Wärme abnimmt.

 
Das ist jedenfalls der Plan, der aus Sicht von Bioenergie-Geschäftsführer Mario Sommer Vorteile für beide Seiten bietet. Die Abnehmer könnten mit einer langfristig günstigen Energieversorgung rechnen. Die Biogaserzeuger bekommen je abgegebene Kilowattstunde Wärmeenergie einen sogenannten Kraftwärmekoppelungs-Bonus. „Keimzelle“ eines möglicherweise größeren Versorgungsgebietes könnte die Bahnhofstraße mit bislang überwiegend Ölheizungen in den Häusern sein. 25 Anschlüsse bei einer Leitungslänge von 1300 Metern würden sich bereits rechnen, versicherte Klaus Thomsen, Geschäftsführer der Firma Gottburg aus Schleswig-Holstein, die Wärmenetze plant, baut und wartet. Rund 550 000 Euro müssten investiert werden. Öltanks, Heizkessel und Schornsteinfegerkosten wären dann überflüssig. Nur zwei Leitungen in einem isolierten Rohr und eine kleine Übergabestation an der Wand mit hocheffizienten  Wärmetauschern und Umwälzpumpen  seien nötig. Sicherheit biete ein Pufferspeicher beim BHKW. Durch die gesetzliche Förderung von Wärmenetzen von bis zu 100 Euro je Meter kann allein daraus mit 130 000 Euro Eigenkapital gerechnet werden.

 
Friedhelm Onkes vom Deutschen Genossenschaftsverband warb für die Gründung einer Genossenschaft. Jeder habe das gleiche Stimmrecht, nur zwei Personen für den Vorstand und drei für den Aufsichtsrat seien nötig. Ein bisschen unternehmerischer Mut sei allerdings erforderlich. Dem Verband gehören bundesweit rund 3000 Genossenschaften an, darunter mittlerweile 250 Wärme-Genossenschaften wie in Gieboldehausen beabsichtigt.

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©Richter