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Bistro und Aktivstationen statt verhüllter Exponate

Kontroverse Debatte über Heimatmuseum Bistro und Aktivstationen statt verhüllter Exponate

Noch in diesem Jahr wird das Heimatmuseum wieder eröffnet. Zum „frühestmöglichen Termin in 2011“ soll eine neu gestaltete Ausstellung in dem derzeit geschlossenen Gebäude für Besucher wieder zugänglich sein. So hat es nach kontroverser Debatte der Kulturausschuss der Stadt beschlossen. Die SPD stimmte gegen das von der Verwaltung vorgelegte Konzept.

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Gespenstische Stille nach Wasserschaden: Noch 2011 soll mit neuer Ausstellung wieder Leben ins Heimatmuseum kommen.

Quelle: Pförtner

Das besteht aus acht Eckpunkten, die eine Wiedereröffnung – auch ohne eine Sanierung nach dem Wasserrohrbruch vor zwei Jahren – ermöglichen sollen. Neben dem angestrebten Öffnungstermin sind das: die Konzentration der Ausstellung auf erstes und zweites Obergeschoss (der dritte Stock steht aus Brandschutzgründen nicht zur Verfügung); die Ausstellung soll durch „Aktivstationen“ ergänzt werden; im Erdgeschoss wird ein Sonderausstellungsbereich geschaffen, der für Aktionen für Kinder und Familien genutzt werden soll; im Erdgeschoss ist zudem ein Bistrobereich vorgesehen; geplant ist eine saisonale Öffnung des Museums von Anfang April bis Ende Oktober; personell setzt die Verwaltung auf die Zusammenarbeit mit den Harz-Weser-Werkstätten, Lebenshilfe und Ehrenamtliche; Neugestaltung der Ausstellung inklusive Baumaßnahmen müssen mit den 60 000 Euro realisiert werden, die aus der Versicherungsleistung für den Wasserschaden noch übrig sind.

Das Eckpunktepapier solle die Ausarbeitung einer konkreten Konzeption ermöglichen, erläuterte Horst Bonitz, Fachdienstleiter Kultur, im Ausschuss. „Das ist mutig“, bezeichnete Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die Eckpunkte mit der Festlegung auf eine Wiedereröffnung noch in diesem Jahr. Er sei jedoch überzeugt, „wenn wir uns in diesem Rahmen auf den Weg machen, haben wir eine Chance, das Museum 2011 noch zu erleben“.

Erbost auf die Beschlussvorlage reagierte Matthias Schenke (SPD). „Das ist kein Konzept. Das sind keine Eckpunkte – das ist schwammig“, echauffierte er sich. Er kritisierte etliche Details des Papiers und insbesondere die fehlende Fokussierung auf Kinder als Zielgruppe. Die SPD hatte sich in den vergangenen Wochen immer wieder für die Einrichtung eines Kindermuseums in Duderstadt stark gemacht.

Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal gewesen, bekräftigte Schenke im Ausschuss. „Hätten wir die Aktivvorschläge, die wir gemacht haben, in einem Konzept, das nicht nur aus Konjunktiven besteht, hätten wir darüber reden können“, so der Sozialdemokrat. So könne die SPD aber nicht zustimmen. Hans Georg Schwedhelm (Grüne) unterstützte Schenkes Argumentation mit dem Hinweis, Vorschläge von SPD und Grünen würden von der Ratsmehrheit regelmäßig abgelehnt, ohne dass diese selbst Vorschläge mache.

Nolte reagierte darauf mit dem Vorwurf, der SPD-Antrag habe „keine Korrespondenz zur aktuellen Diskussion“ gehabt. Er betonte, in jeder Sitzung des Verwaltungsausschusses sei über den Stand der laufenden Projekte, darunter das Heimatmuseum, referiert worden. Würde man dem SPD-Antrag folgen, würde das eine Wiedereröffnung in 2011 verhindern, hielt er Schenke entgegen.

„Wir sind froh, dass wir hier einen ersten Schritt machen“, warb CDU-Fraktionschef Hans-Helmut Herbold für den Beschlussvorschlag. Schwedhelm forderte jedoch eine konkretere Vorlage ein. „Man hat ja noch sechs Wochen Zeit“, hielt er der Verwaltung mit Blick auf die endgültige Beschlussfassung in der Ratssitzung Ende März vor. Dem wollte sich die Ratsmehrheit nicht anschließen. Gegen die Stimmen der SPD und bei einer Enthaltung stimmte sie dem Eckpunktepapier der Verwaltung zu.

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