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Bistum will Gesamtschule aufgeben

St.-Ursula-Schule Bistum will Gesamtschule aufgeben

Das Bistum Hildesheim will die Trägerschaft für die St.-Ursula-Schule an den Landkreis Göttingen abgeben. Sollten die Verhandlungen über den Trägerwechsel scheitern, will Bischof Norbert Trelle die derzeit von 338 Schülern besuchte Integrierte Gesamtschule (IGS) auslaufen lassen und schließen.

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Die St. Ursula Schule Duderstadt.

Quelle: Arne Baensch

Duderstadt. Diese Entscheidung hat die Pressestelle des Bistums am Donnerstag bekanntgegeben. „An der pädagogischen Arbeit ist nichts auszusetzen“, sagt Dr. Jörg-Dieter Wächter, Direktor der Hauptabteilung Bildung im Bischöflichen Generalvikariat Hildesheim: „Aber die geringen Schülerzahlen sind für das Angebot einer Gesamtschule auf Dauer nicht sinnvoll.“ Das Bistum trage mehr als ein Drittel der Kosten für den Schulbetrieb. Da die Schule von zunehmend weniger Schülern besucht werde, seien die Bewirtschaftungskosten zu hoch. Auch die Klassenbildung werde immer schwieriger.

Schulleiterin Daniela Breckerbohm bedauert die Entwicklung, mit der eine jahrzehntelange Tradition ende: „Wir müssen aber perspektivisch nach vorn blicken und das Bestmögliche für die Schüler erreichen.“ Über das Thema sei mit Blick auf das Schulgeld und die laufenden Kosten auch im Zuge der Planungen für den Inklusiven Campus diskutiert worden, der Kindergarten- und Schulangebote in der Innenstadt bündeln soll. Wenig begeistert ist auch Propst Bernd Galluschke von der Entscheidung. Zugleich spricht er von einer Chance und Verpflichtung für die Kirche, sich für den Inklusiven Campus zu engagieren.

Priorität hat für das Bistum die Sorge um die Schüler. Sollten die Verhandlungen mit dem Landkreis trotz der bereits erfolgten Sondierungsgespräche scheitern, werde die Schule mit den vorhandenen Schülern auslaufen, ihre Schullaufbahn solle nicht beeinträchtigt werden, sagt Bistumssprecher Volker Bauerfeld: „Alle Schüler, die gegenwärtig die Schule besuchen, sollen dort wie vorgesehen beschult werden.“ Zum neuen Schuljahr würden aber keine weiteren Schüler mehr aufgenommen, falls es nicht zu einem Trägerwechsel komme. Den Lehrkräften und Mitarbeitern sollen Angebote zur Weiterbeschäftigung gemacht werden. Das Bistum würde mit der Landesschulbehörde Gespräche über eine Übernahme der 28 bei der Diözese beschäftigen Lehrer aufnehmen, acht Lehrer seien Landesbeamte. Käme es zu einer Übergabe der Trägerschaft, werde angestrebt, dass das Personal auch unter dem neuen Träger an der Schule tätig sein könne.

Kreisschuldezernent Marcel Riethig kann die Entscheidung des Bistums „sehr gut nachvollziehen“. Er könne nicht erkennen, warum ein Trägerwechsel den Elternwunsch nennenswert beeinflussen sollte. „Eine Fortsetzung des Experiments Gesamtschule - ich meine das in diesem Zusammenhang keinesfalls negativ - kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Riethig allerdings: „Einen erfolgversprechenden Weg sehe ich in der Integration der St.-Ursula-Schule in die bestehende Schullandschaft.“

Um die Attraktivität der Schule zu steigern, hat das Bistum in den vergangenen Jahren eine siebenstellige Summe in die Sanierung von Turn- und Gymnastikhalle, Mensa, barrierefreie Toiletten und IT-Technik investiert. Dennoch ist die Gesamtzahl der Schüler an der IGS innerhalb von sechs Jahren von 453 auf 338 gesunken. Als die St.-Ursula-Schule zum Schuljahr 2010/2011 als IGS startete, gab es noch 108 Anmeldungen, zum Schuljahr 2015/2016 nur noch 41 Anmeldungen.

Das Schulgebäude gehört den Ursulinen. Für die Nutzung zahlt das Bistum den Ordensschwestern Miete, teilt Bauerfeld mit. Sollte sich die Diözese als Schulträgerin zurückziehen, würden die Ursulinen das Gebäude voraussichtlich an den neuen Träger vermieten wollen.

Katholische Schultradition

Seit 1973 besteht die St.-Ursula-Schule. Zuvor hatte es eine Realschule und ein Gymnasium der Ursulinen in Duderstadt gegeben. Bei Abschaffung der Orientierungsschule verlor die Haupt- und Realschule 2004 fast 40 Prozent der Schüler. Das Land Niedersachsen sagte dem Bistum daraufhin die Einrichtung eines Realschul- und Gymnasialzweiges zu, sofern die öffentlichen Schulträger zustimmen würden. Nach jahrelangen schwierigen Verhandlungen mit dem kommunalen Schulträger entschloss sich das Bistum dann zu einer IGS. Im vergangenen Jahr wurden die ersten Zehntklässler entlassen, die die Schule als reine IGS durchlaufen hatten.

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