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Blinken und Pfeifen hält Wild von Straße fern

„Geräuschzäune“ Blinken und Pfeifen hält Wild von Straße fern

Awiwa ist nicht etwa ein spanischer Schlachtruf, sondern die Abkürzung für Akustische Wildwarngeräte. Diese „Geräuschzäune“ sind eine – wie es in der Jägersprache heißt – Vergrämungsmethode, um Wild von der Straße fernzuhalten und so Unfälle zu verhindern.

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Referenzstrecke: Auf der Landesstraße 531 im Bereich der Roten Warte sind Erfolge zu verzeichnen, seit die Abstände der Wildwarngeräte verkürzt wurden.

Quelle: Thiele

Dass sie das tatsächlich tun, stellen Polizei, Jäger und Naturschützer in einer positiven Bilanz des Pilotprojektes im Bereich der Roten Warte bei Duderstadt fest.

Vor fünf Jahren wurde für den bewaldeten Streckenabschnitt mit vielen Wildunfällen die aus Österreich stammende Methode übernommen. Die an Leitpfosten montierten Geräte bestehen aus einer Solarzelle, die im Scheinwerferlicht herannahender Autos ein hochfrequentes Pfeifen auslösen. Das funktioniert nur bei Dunkelheit und soll das Wild abschrecken. Anfangs blieben Erfolge aus, stellten sich aber ein, als vor drei Jahren die Abstände zwischen den Reflektoren verkürzt und das Abschreckungsnetz auf diese Weise engmaschiger gezogen wurde.
Bevor die Warngeräte aufgestellt wurden, ereigneten sich auf in diesem 1,2 Kilometer langen Bereich der Landesstraße bei Dunkelheit durchschnittlich 16 Wildunfälle pro Jahr. 2009 gab es dann nur noch zwei Zusammenstöße mit Rehen und drei mit Sauen, im vergangenen Jahr vier Kollisionen mit Rehen und eine mit einem Fuchs – in beiden Jahren außerdem jeweils drei Unfälle mit Rehwild bei Tageslicht. „2010 war offenbar keine Sau unterwegs“, schmunzelt Axel Kerschnitzki vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen und ist mit der Wirkung der Warngeräte mehr als zufrieden.

Das gilt auch für die Heinz-Sielmann-Stiftung. Deren Sprecher Christoph Neumann gibt neben dem Verhindern von menschlichem Leid und Tierschutzaspekten auch den volkswirtschaftlichen Schaden durch Wildunfälle zu bedenken. Laut ADAC sterben auf deutschen Straßen jährlich 200 000 Wildschweine und Rehe. Bei einem Fünftel der jährlich rund 1000 Verkehrsunfälle im Raum Duderstadt handelt es sich um Wildunfälle.

Eine Ausweitung auf weitere neuralgische Strecken in der Region würde Kerschnitzki begrüßen. Die Jägerschaft Duderstadt hat dafür bereits die Landesstraße 569 bei Nesselröden ins Auge gefasst. Der dort angedachte Geräuschzaun über 900 Meter Länge in vier aneinander grenzenden Revieren sei bisher auch aus Kostengründen noch nicht zum Tragen gekommen, teilt Jägerschaftsvorsitzender Hans-Georg Kracht mit. Eine kostengünstige Alternative zu den inzwischen 100 Euro pro Stück kostenden Warngeräten würde er begrüßen. Eine solche Alternative, mit der er jetzt an die Jägerschaften herantreten will, hat Kerschnitzki sogar in petto. Mindestens ebenso effizient wie die akustischen Warngeräte sei reflektierende Silberfolie an Leitpfählen. Die Freigabe der Straßenbauämter habe er bereits bekommen. Durch das vor zwei Jahren im Raum Hameln erprobte Verfahren habe die Zahl der Wildunfälle bei Bremke auf Null heruntergefahren werden können.

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©Richter