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Brandstifter aus Duderstadt verurteilt

Obdachlosenunterkunft angezündet Brandstifter aus Duderstadt verurteilt

Ein 23-jähriger Mann ist am Dienstag wegen gemeinschaftlicher schwerer Brandstiftung verurteilt worden. Er hatte mit zwei Bekannten im Juni 2013 in einem unbewohnten Mehrfamilienhaus, das Obdachlosen und Drogenkonsumenten als vorübergehende Unterkunft diente, Feuer gelegt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt/Bremerhaven. Der seit März 2015 in Duderstadt lebende Angeklagte, räumte gleich zu Beginn der Verhandlung ein, die Tat begangen zu haben. Damit war er gut beraten, denn Richter Michael Pietzek lagen sieben Videos vor, die ihn als Brandstifter entlarvten.

 
Es handelte sich um Videos, die eine Mittäterin mit einem Handy aufgezeichnet hatte. Sie zeigten den alkoholisierten Angeklagten, 1,45 Promille betrug sein Blutalkoholgehalt etwa zwei Stunden nach der Tat, als er mehrere Brandherde entfachte.

 
„Das hätte schlimm ausgehen können“, sagte Pietzek zum Angeklagten, „da können sie noch froh sein“. Der Brand konnte nämlich gelöscht werden, bevor er auf die benachbarten Gebäude übergreifen konnte.

 
Zum Tatzeitpunkt hatte der Angeklagte noch nicht das 21. Lebensjahr erreicht. Nach der Bewertung von Anke Metzner von der Jugendgerichthilfe Landkreis Göttingen sei der Beschuldigte reifeverzögert und damit nach dem Jugendstrafrecht zu beurteilen. 

 
Auch Psychologe Georg Stolpmann stellte im Rahmen eines Gutachtens fest, das der mutmaßliche Brandstifter reifeverzögert sei und unter einer Impuls-Kontrollstörung litt. „Er muss seine Alkoholabhängigkeit in den Griff bekommen“, sagte der Psychologe. Diese sei zu einem großen Teil für die Probleme des jungen Mannes verantworlich.

 
„Sie schieben ein beachtliches Register vor sich her“, sagte Pietzek dem Angeklagten vor der Urteilsverkündung. Nach Betrachtung der Gesamtumstände wurde der 23-Jährige zur Unterbringung in einer Entziehungsanstalt verurteilt.

 

Von Kay Weseloh

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