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Brasilianerin stellt in Seulingen Hilfsprojekte vor

Zu Gast im Pfarrheim Brasilianerin stellt in Seulingen Hilfsprojekte vor

Über ihre Arbeit in Sao Paulo hat Sozialarbeiterin Maria dos Anjos Brás dos Santos im Seulinger Pfarrheim berichtet. Nur eine Handvoll Zuhörer ist nach dem Kirchgang der Einladung der Kolpingsfamilie gefolgt, zeigte sich dafür aber umso interessierter.

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Maria dos Anjos Brás dos Santos

Quelle: Mahnkopf

Seulingen. Zwei Projekte in Brasilien stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Fastenaktion „Das Recht ströme wie Wasser“ des katholischen Hilfswerks Misereor: der Widerstand gegen ein Staudammprojekt im Norden des Landes und das Centro Gaspar Garcia im größten Ballungsraum Südamerikas. Dort arbeitet Brás dos Santos, die mit Portugiesisch-Dolmetscherin Isabel Meyke einen Monat lang durch ganz Deutschland getourt ist, um das Projekt vorzustellen. Das 1988 von Akteuren aus der Pastoralarbeit gegründete Menschenrechtszentrum setzt sich für Bedürftige ein und ist seit mehr als 20 Jahren Misereor-Partner. In Brasilien heißt die Fastenaktion „Brüderlichkeitskampagne“ und steht in diesem Jahr auf ökumenischen Beinen.

Fotos aus der von Hochhäusern dominierten größten Stadt Brasiliens, die bis 2020 voraussichtlich auf 20 Millionen Einwohner anwächst, vermittelten in Seulingen einen Eindruck vom Elend der unteren Bevölkerungsschichten, von Cortiços, Favelas und Ocupações - Massenquartieren, Barackenvierteln und Hausbesetzungen. In den Cortiços im Zentrum sind die Lebensverhältnisse noch prekärer als in den Favelas an der Peripherie. Zwei Dutzend Familien teilen sich eine Gemeinschaftstoilette, ein Zimmer mit zehn Quadratmetern für eine mehrköpfige Familie kostet mehr Miete als der Mindestlohn. Überall gibt es Probleme mit der Wasserversorgung und dem Abwasser, viele Menschen müssen von Lastwagen mit Wassertanks versorgt werden.

Zu den 36 Mitarbeitern des Centro Gaspar Garcia gehören vier Rechtsanwälte. Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist oft mit Prozessen verbunden, zur Sanierung leerstehender Gebäude gibt es inzwischen ein Regierungsprogramm. Sozialwohnungen sind nur ein Projekt des Zentrums. Für Obdachlose gibt es ein Beschäftigungsprogramm mit recyclingfähigem Material, für „Laufhändler“ ohne Lizenz, die stets auf der Flucht vor der Polizei sind, werden ebenfalls Hilfe und Zusammenschlüsse organisiert. „Wir arbeiten nicht für, sondern mit den Menschen“, betont Brás dos Santos: „Und wir bringen sie dazu, für ihre Rechte auch auf die Straße zu gehen.“

Auch Sao Paulo habe ein Flüchtlingsproblem, merkte die Brasilianerin an. Dort gebe es zwar keine Landflucht mehr, seit einigen Jahren aber verstärkte Migration aus Haiti, Indien und anderen Ländern.ku

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©Richter