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Braun steht Duderstadt gar nicht

Protest gegen den „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ Braun steht Duderstadt gar nicht

Seit Sonntag demonstrieren der „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ und die Gegner der Bewegung nicht mehr in gegenseitiger Hörweite. Während Redner des „Freundeskreises“ am Westerturm sprachen, änderten die Gegendemonstranten am Rathaus das Vorgehen: Statt Lärm gab es Infos und Lieder.

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Dirk Glowatz vor dem Rathaus.

Quelle: Richter

Duderstadt. Ohrenbetäubender Krach, um dem „Freundeskreis“ zu signalisieren, dass seine „freiheitlichen Bürgertreffs“ ihnen ein Dorn im Auge sind:

Auf dieses Mittel setzten die Gegendemonstranten im ersten Impuls. Eine Woche nach dem ersten Auftreten des Freundeskreises standen sie mit Trillerpfeife und Schiffsglocke an der Kreuzung am Obertor und machten Lärm. Nachdem in den vergangenen Wochen der Anteil an Musik und Redebeiträgen bereits erhöht worden war, verzichteten die Gegendemonstranten am Sonntag gänzlich darauf.

Stattdessen gab es Musik und Schülerinnen des Eichsfeldgymnasiums berichteten von positiven Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe.

Dirk Glowatz, der die Versammlung angemeldet hatte, zitierte zudem Texte von der Facebookseite des „Freundeskreises“, um deutlich zu machen, warum er die Bezeichnung „Bürgertreff“ im Falle der Kundgebungen des „Freundeskreises“ für irreführend halte. „Mit Bürgern hat das nicht viel zu tun“, sagte er.

Unter anderem führte er einen Beitrag an, in dem die Medienberichterstattung kritisiert wird: „Die ,unabhängige‘ Systempresse zeichnet sich bei ihrer Antifa-Arbeit mal wieder durch sensationelles Nichtkönnen aus...“, heißt es dort. Glowatz erklärte, der „Freundeskreis“ fälle nicht nur ein Pauschalurteil gegen Redakteure als „Lügenpresse“, er verbreite zudem eigene „Nachrichten“.

Als Beispiel nannte er den Beitrag eines Unterstützers des „Freundeskreises“, seine Schwester sei von drei Flüchtlingen vergewaltigt worden. „Eine kritische Leserin sendete einen Screenshot an die Polizei mit der Frage, ob es einen solchen Vorfall gegeben habe. Am nächsten Tag war der Text von der Seite verschwunden.“

„Die Angst vor den Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, liefert diesen Gruppen immer wieder einen Aufhänger für ihre demokratiefeindlichen Inhalte“, interpretierte Glowatz. „Damit wird versucht, den Neid bei den Menschen zu schüren, die in unserer Gesellschaft abgehängt sind.“

Anders als der „Freundeskreis“ sei er überzeugt davon, dass „Flüchtlinge für unsere Gesellschaft eine Chance“ seien. Unter anderem könne der Arbeitsmarkt – speziell im sozialen Bereich – von neuen Fachkräften profitieren. Glowatz forderte dazu auf, sich mit den Geschichten der Flüchtlinge auseinanderzusetzen: „Lernt sie kennen, sie haben Namen, sie haben eine Geschichte. Dann sind sie Menschen, nicht einfach Asylanten.“

Dass die Integration nicht ohne Schwierigkeiten ablaufen werde, sei ihm klar, sagte Glowatz. „Aber unsere Gesellschaft wird gestärkt daraus hervorgehen, bunter, reicher an Erfahrungen. Dazu braucht es Geduld und Toleranz, nicht Neid und Hetze.“

Während der Veranstaltung wies Hans Georg Schwedhelm (Grüne) auf die Gründung eines „Bündnisses gegen Rechts“ am Mittwoch hin. Treffpunkt für alle Interessierten ist um 20 Uhr die Kreisvolkshochschule, Marktstraße 75.

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