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Breitband: Land nimmt weiße Flecken ins Visier

Versorgung der Dörfer mit schnellem Internet Breitband: Land nimmt weiße Flecken ins Visier

Die Versorgung der Ortschaften mit schnellen Breitbandanschlüssen für das Internet ist ein standortentscheidendes Merkmal bei der Wahl des Wohnortes. Entsprechend sind Kommunen und Landkreis bemüht, möglichst flächendeckend eine optimale Versorgung zu gewährleisten. Das ist aktuell noch nicht der Fall.

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Der Winter liefert das Vorbild: Seulingen liegt aktuell nicht nur landschaftlich in einem weißen Fleck, sondern auch auf der Karte mit schnellem Internet-Zugang.

Quelle: CM

Eine Studie des Landkreises Göttingen über den Zugang zu sogenannten DSL-Anschlüssen hat eine Reihe weißer Flecken auf der Karte mit schnellem Internetanschluss aufgezeigt. Diese Flecken zu beseitigen bedarf es einer Investition von acht Millionen Euro, teilt Landrat Reinhard Schermann (CDU) mit.

Unterstützung erhofft sich der Landrat dabei vom Land Niedersachsen. Das Land hat mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II ein Programm für den Ausbau des Breitbands in unterversorgten Gebieten ausgeschrieben. 50 Millionen Euro stehen dafür landesweit bereit. Zehn Millionen fließen nach Südniedersachsen mit seinen sieben Landkreisen.

Der Landkreis Göttingen hat für sein Gebiet sechs Bereiche angemeldet, in denen der Breitbandausbau vorangetrieben werden soll. Ein Teil der betroffenen Orte liegt im Untereichsfeld. Dies sind: Renshausen, Bodensee, Bilshausen, Wollbrandshausen, Wollershausen, Desingerode, Esplingerode, Werxhausen, Seulingen und Obernfeld.
Wie Landrat Reinhard Schermann betont, hofft er zuversichtlich, dass einige dieser Ortschaften im Rahmen des Landesprogrammes mit leistungsfähigen Breitbandnetzen und Anschlüssen versehen werden. Der Kreis werde seine koordinierende Funktion wahrnehmen und einen schnellen Ausbau der Netze unterstützen, verspricht der Landrat.
In welcher Höhe schließlich Landesmittel im Landkreis investiert werden können, sei zu diesem Zeitpunkt reine Spekulation, sagt Detlev Barth, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Göttingen (WRG). Die WRG hat die Studie zur Breitbandversorgung im Landkreis Göttingen mit finanziert.

Diese Studie könne jedoch einen Vorteil bei der Mittelvergabe bedeuten, führt er aus. Der Landkreis habe früh die Initiative dazu ergriffen. Bart erläutert: Auf Grundlage einer Umfrage zur Breitbandversorgung sei eine Machbarkeitsstudie zur technischen Umsetzung des Ausbaus erstellt worden. „Wir können die weißen Flecken genau definieren,“ so der WRG-Geschäftsführer. Wenn es um Investitionen im Bereich Breitbandversorgung gehe, könne der Landkreis belastbare Daten vorlegen.

Gleichzeitig macht Barth deutlich, dass selbst die errechneten acht Millionen Euro Investitionsbedarf bei weitem nicht ausreichen. Das Land definiere Unterversorgung bei einer Übertragungsrate von unter einem Megabit pro Sekunde. „Unter sechs Megabit geht aber gar nichts“, macht Barth deutlich. Landrat Schermann geht noch einen Schritt weiter und verweist auf das Versorgungsziel von 50 Megabit, das die Bundesregierung für 2014 ausgegeben habe. Das zu erreichen, müsse unverzüglich ein massives Investitionsprogramm aufgelegt werden.

Kommentar von Ulrich Lottmann

Windhundprinzip

Dem technischen Laien ist es ebenso unverständlich wie egal, ob sein Internet nun mit einem, zwei oder 50 Megabit pro Sekunde übertragen wird. Schnell muss es sein und funktionieren. Das gehört zur Grundversorgung wie Strom und fließendes Wasser.

Das hat der Landkreis früh erkannt und mit der Machbarkeitsstudie Vorarbeit geleistet. Das ist zwar auch nicht mehr, als den Mangel festzustellen, aber mehr, als andere Landkreise vorweisen können. Bislang galt bei den Konjunkturprogrammen das Windhundprinzip: Wer zuerst meldet, bekommt das Geld. Sollte das hier auch so sein, hat die Kreisverwaltung sich einen kleinen aber entscheidenden Vorteil im Rennen um Millionen gesichert.

Von Sebastian Rübbert und Ulrich Lottmann

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