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Buddhisten aus Duderstadt treffen sich zur Meditation

Konfliktlösung ohne Gewalt Buddhisten aus Duderstadt treffen sich zur Meditation

„Es ist naiv zu glauben, Konflikte ließen sich mit Waffengewalt lösen“, sagt Buddhist Gerhard Heinrich aus Nesselröden. Er gehört zu den 20 Schülern des vietnamesischen Zenmeisters Thich Nhat Hanh in der Region Duderstadt. Ihre Überzeugung: Friede in der Welt beginnt mit Selbsterkenntnis.

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Meditation in Nesselröden.

Quelle: Caspar

Nesselröden. Die Buddhisten meditieren regelmäßig. Seit dem Jahr 2000 tun sie das auch einmal in der Woche gemeinsam bei Heinrich in Nesselröden. „Meditation verschafft Klarheit über die eigenen Wünsche und Ängste“, erklärt seine Frau Gita Kleyer-Heinrich. Wer sich nicht selbst kenne und annehme, neige dazu, verdrängte eigene Aspekte, etwa die eigene Gewaltbereitschaft, auf andere zu projezieren. „Solche Scheinwirklichkeiten prallen dann in der großen Politik blutig aufeinander“, ergänzt Heinrich.

Zu den bedrohlich wirkenden Illusionen, so Helge Wackermann-Keidel aus Landolfshausen, gehörten vermeintliche Kollektive wie „die Russen“ oder „die Muslime“. Menschen neigten dazu, für die Taten von Regierungen oder Terroristen pauschal ganze Völker oder Religionsgemeinschaften verantwortlich zu machen und für böse zu erklären. „Das ist deswegen so verführerisch, weil es die widersprüchliche Wirklichkeit vereinfacht und aufgrund der klaren Fronten ein Gefühl von Sicherheit gibt“, erklärt Carsten Stralucke aus Seeburg.

Mangelnde Bereitschaft, andere verstehen zu wollen, halten die Buddhisten für eine weitere Konfliktursache. Die Anhänger des Zenmeisters lassen ihr Gegenüber daher ausreden. Sie achten dabei nicht nur auf die Worte, sondern auch auf Gestik und Mimik. Diese verrieten oft mehr über die eigentlichen Motive eines Menschen, meint Dörthe Keidel.

Die Buddhisten stellen klar, dass Angehörige ihrer Religion in der Geschichte zum Teil hinter dem pazifistischen Ideal zurückgeblieben sind. „Japanische Zenbuddhisten haben zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs die Militärdiktatur ihres Landes unterstützt. Das ist ein finsteres Kapitel“, so Heinrich.

Zen ist eine unter mehreren Schulen des Buddhismus. Der heute 88-jährie Thich Nhat Hanh hat seine Gemeinschaft 1966 gegründet. In seiner kommunistisch regierten Heimat war der Mönch, der in Frankreich lebt, lange unerwünscht. Die Zentrale der Gemeinschaft in Deutschland befindet sich in Waldbröl.

Von Michael Caspar

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