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„Bündnis gegen Rechts“ demonstriert in Duderstadt

Landrat warnt vor „geistigen Brandstiftern“ „Bündnis gegen Rechts“ demonstriert in Duderstadt

Mehr als 150 Menschen haben am Sonntag vor dem Rathaus gegen die Treffen des „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“ protestiert. Die Teilnehmer gingen anschließend zu einem ökumenischen Friedensgebet in die Unterkirche.

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Spricht bei der Kundgebung des „Duderstädter Bündnisses gegen Rechts“ vor dem Rathaus: Landrat Bernhard Reuter.

Quelle: Schneemann

Duderstadt. „Die Rechtsextremen und Rechtspopulisten kommen nach Duderstadt scheinbar harmlos hinter der Maske eines Freundeskreises, aber sie sind der Wolf im Schafspelz“, sagte Bernhard Reuter (SPD), Landrat des Kreises Göttingen, während der vom „Duderstädter Bündnis gegen Rechts“ initiierten Gegendemonstration.

Der Name „Freundeskreis“ klinge nett, harmlos und bieder. „Sie sind nur scheinbar die Biedermänner, in Wirklichkeit sind sie geistige Brandstifter“, so der Landrat.  Auf Facebook bezeichne sich der selbsternannte „Freundeskreis“ als „politisch unkorrekte Gemeinschaft“, was verharmlosend sei. „Es handelt sich um ein menschenverachtendes Grüppchen, das ausgrenzt und Flüchtlinge dämonisiert.“  

„Wir müssen Flagge zeigen, wir müssen zeigen, dass wir Rechtspopulismus in unserer Stadt nicht dulden“, hatte zuvor  Bündnismitglied Doris Glahn betont. Letztendlich müsse es dem Bündnis gelingen, Menschen zu motivieren  sich selbst politisch einzubringen.

„Bei allen unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Konfessionen sind wir doch geeint, weil wir uns der Menschlichkeit verpflichtet fühlen und der Toleranz, weil wir nicht schweigen können und wollen, wenn in unserer Stadt und Region eine Ideologie der Ungleichheit verbreitet wird“, sagte Pastorin Christina Abel, die das Friedensgebet gemeinsam mit Guntram Czauderna von der St.-Cyriakus-Gemeinde gestaltet hat.

Einen „Mahnwachen-Marathon“ hat der „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ am Sonntag absolviert. Northeim, Duderstadt und Heiligenstadt waren Stationen des „Freiheitlichen Bürgertreffs“, der noch auf Lindau ausgeweitet werden soll. Auf der Spiegelbrücke brannten Grablichter, zum Auftakt erklang die Deutschlandhymne vom Band.

Lars S., Jugendfunktionär der Alternative für Deutschland, schilderte vor rund 60 Teilnehmern, wie ihn Linksautonome in Göttingen an der Anreise hindern wollten - verbunden mit Kritik an der Polizei, die „Straftaten durchgehen ließ“.

In weiteren Redebeiträgen bei der frostigen „Mahnwache“ wurden der „historische Rechtsbruch“ der Regierung angeprangert, der zu „unkontrollierter Masseneinwanderung“ geführt habe, die Landtagsanfrage der Grünen in Niedersachsen zum „Freundeskreis“ mit Spott überhäuft, immer wieder der Zusammenhalt des „Freundeskreises“ als Teil einer bundesweiten Bewegung beschworen: „Die Wahrheit lässt sich nicht verbergen, das Volk wird wach.“

Von Axel Artmann und Kuno Mahnkopf

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