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„Bündnis gegen Rechts“ in Duderstadt gegründet

Feste, Flaggen, Friedensmessen „Bündnis gegen Rechts“ in Duderstadt gegründet

Rund 50 Eichsfelder, darunter Vertreter der Kirchen, politischen Parteien und verschiedener Organisationen sind am Mittwoch in den Räumen der Kreisvolkshochschule zusammengekommen, um ein „Bündnis gegen Rechts“ zu gründen. Hintergrund sind die Demonstrationen des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“.

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Quelle: Eckermann

Duderstadt. Ziel des Treffens sei es gewesen, den Protest gegen die Kundgebungen des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ nicht mehr nur allein durch drei politische Parteien organisieren zu lassen, sondern ein „breites bürgerliches Bündnis“ zu schaffen, wie Hans Georg Schwedhelm einleitend erläuterte.

 

Er führte durch einen Abend, an dem sich die Gäste zunächst mit einer Reihe von Fragen beschäftigten: Ob es sich beim „Freundeskreis“ denn tatsächlich um „Rechte“ handele, war eine davon. Die Aussagen auf dessen Facebook-Seite beispielsweise würden nicht von jedem als eindeutig empfunden. Teilnehmer vermuteten, dass es sich bei dem „bürgerlichen Anstrich“ der dort zu lesenden Beiträge um einen taktischen Zug der sogenannten Neuen Rechten handele. Außerdem klärte ein Gast darüber auf, dass es sich bei den „Freiheitlichen Bürgertreffs“ nicht um Parteiveranstaltungen handele, sondern um Aktionen einer sogenannten „Identitären Bewegung“, die über die Parteigrenzen hinweg agiere – unter Beteiligung von Mitgliedern der NPD und der Jungen Alternative (JA), der Jugendorganisation der AfD.

 

Warum sich der „Freundeskreis“ Duderstadt als Veranstaltungsort ausgesucht habe, darüber lasse sich nur spekulieren. Offenbar sei die Gegenwehr in Göttingen zu groß geworden, vermutete eine Teilnehmerin. Dort hatte es bereits mehrfach Angriffe gegen Lars Steinke gegeben, der für die JA aktiv ist und Kundgebungen des „Freundeskreises“ angemeldet hatte. Zudem gelte das Eichsfeld in Richtung Göttingen als eine Region, in der der „Freundeskreis“ damit gerechnet habe, keine Gegenwehr zu spüren.

 

Zwar diskutierten die Bündnis-Gründer, ob es nicht besser gewesen sei, die Aktionen des „Freundeskreises“ totzuschweigen, um ihm die Lust am Auftreten in Duderstadt zu nehmen. Doch schließlich wurden sie sich einig, dass dies nicht der richtige Weg sein könne. Stattdessen diskutierten sie, welche Organisationen und Institutionen angesprochen werden müssten, um Aktivitäten effektiv zu gestalten. Aktionsformen von Friedensmesse über „Fest der Kulturen“ bis hin zum „Flagge zeigen“ an öffentlichen Gebäuden wurden ebenso besprochen wie die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit durch Internetseiten, Info-Stände und Flugblätter. „Ich finde, wir haben ein dickes Paket geschnürt“, lobte Schwedhelm die Aktiven der Bündnisgründung, nachdem die erste Ideensammlung abgeschlossen war.

 

Die nächste Demonstration steht bereits am Sonntag an. Dann will das „Bündnis gegen Rechts“ erneut demonstrieren.

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©Richter