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Bürgerhaus in ehemaliger Grundschule in Fuhrbach

Das neue Herz des Bergdorfs Bürgerhaus in ehemaliger Grundschule in Fuhrbach

Unter einer Weide steht eine auf Buntsandsteinen aufgebockte Sitzgruppe,  an den Fenstern der Gebäudefassade prangen Herzchen und Kränze, neben einer Tischtennisplatte auf dem asphaltierten Hof zerlaufen im Regen krakelige Straßenkreide-Linien.

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Plakativ: Kunstmaler Axel Wolf und Ortsbürgermeisterin Beate Sommerfeld freuen sich über das beschilderte Bürgerhaus.

Quelle: Richter

Fuhrbach. Wenn man sich dem oberhalb des Ortes gelegenen Fuhrbacher Bürgerhaus nähert, könnte man meinen, dass dort noch immer Grundschüler über den Hof der ehemaligen Schule toben.

Dann fällt der Blick jedoch auf ein großflächiges Bild mit Ortswappen und Mauerseglern über dem Gebäudeeingang. Das hängt noch nicht lange – und macht Ortsfremden unmissverständlich klar, dass es sich um ein Bürgerhaus handelt.

Zu verdanken hat Fuhrbach den künstlerisch gestalteten plakativen Hinweis einer Zufallsbekanntschaft. Ortsbürgermeisterin Beate Sommerfeld (parteilos) hat durch die Gestaltung von Scheiben für den Schützenverein den Duderstädter Kunstmaler und Illustrator Axel Wolf kennengelernt.

Nur kleinen Mehrzweckraum

„Wir wollten eine einladende Beschilderung und haben laut Naturschutzbund eines der größten Mauersegler-Vorkommen in Deutschland“, sagt Sommerfeld und zeigt auf die derzeit verwaisten Brutkästen unter der Traufe: „Da lag es nah, auch die Mauersegler zu verewigen.“ Auch die Kreidespuren auf dem Schulhof sind schnell aufgeklärt: Es handelt sich um Überbleibsel einer Aktion des Duderstädters Jufis, bei der in Fuhrbach 25 Kinder ihren Spaß hatten.

Bis 2004 hat der Gebäudekomplex die Grundschule beherbergt. Seitdem besuchen die Fuhrbacher Kinder die Grundschule in Langenhagen. Ihre ehemalige Schule wurde im Zuge der Dorferneuerung mit 190 000 Euro der EU und Restfinanzierung durch die Stadt Duderstadt zum Bürgerhaus umgebaut – inklusive erneuerter und orangegelb gestrichener Fassade, Fenster und Sanitäranlagen, Wärmedämmung und neuer Raumgestaltung.

„Zuvor hatten wir nur einen kleinen Mehrzweckraum in der alten Dorfschule, die bis Anfang der 60er-Jahre bestand“, berichtet Sommerfeld: „Der wurde dann nach dem Wasserschaden im Duderstädter Heimatmuseum zwischenzeitlich als Lager genutzt.“ Umso mehr freut sich Sommerfeld über das in diesem Jahr eingeweihte Bürgerhaus.

„Alle Vereine können die Räume nutzen“

Das erfüllt nicht etwa eine Feigenblattfunktion, sondern ist in kurzer Zeit zum Herz und Hirn des 950-Seelen-Bergdorfes geworden. Sommerfeld spricht von der „guten Stube Fuhrbachs“ und freut sich über das  „gelungene Schild, das breite Zustimmung im Ortsrat gefunden hat, als weitere Bereicherung“.

Im großen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss treffen sich Frauenbund und Senioren, über einen separaten Eingang gelangt man in den Jugendraum. Der Kinder- und Jugendchor sowie der Frauenchor St. Pankratius proben im Bürgerhaus, die Kreativgruppe bastelt für Basare, eine Küche ist ebenso vorhanden wie ein Beamer für Vorträge und Filme.

„Alle Vereine können die Räume nutzen“, betont Sommerfeld: „Nur private Feiern sind nicht möglich. Dafür gibt es schließlich den Kronprinzen.“

Im Eingangsbereich des Bürgerhauses liegen im ausgemusterten Kaffeeregal der ehemaligen Brochthäuser Bäckerei Brodhun Flyer aus, an einer Litfaßsäule informieren Aushänge über Veranstaltungen. Die Verwaltungsstelle ist hier angesiedelt, ebenso die Ortsheimatpflege. Die hat ihr Reich im Obergeschoss.

Vom Piano bis zur Spülmaschine

Eine Vitrine ist mit Exponaten aus der Ortsgeschichte bestückt. Im ältesten Schrank Fuhrbachs, der zuvor unter dem Dachstuhl des Pfarrhauses stand, wird Archivmaterial gelagert. Auf dem Korridor laden Sitzgelegenheiten und ein offener Bücherschrank zum Verweilen ein.

Nach und nach füllt sich das Bürgerhaus mit Relikten aus der Dorfgeschichte und ausrangierten Einrichtungsgegenständen aus Privathaushalten – vom Piano bis zur Spülmaschine. Der Frauenbund hat Gardinen für den Chorraum genäht, die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) Stühle gefertigt, für Ausstellungen sind Bilderleisten geplant. 

Auch für den Vergügungsraum im Obergeschoss schweben Sommerfeld noch Nutzungsmöglichkeiten  vor – beispielsweise für Yoga und Gesundheitssport.

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©Richter