Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Bürgerinitiative "Lebendige Stadt Duderstadt" setzt Proteste fort

Gegen Teilöffnung der Fußgängerzone Bürgerinitiative "Lebendige Stadt Duderstadt" setzt Proteste fort

Wie in der vergangenen Woche angekündigt, hat die Bürgerinitiative Lebendige Stadt Duderstadt ihre Proteste gegen die geplante temporäre Teilöffnung der Fußgängerzone fortgesetzt. Mit einem Transparent und Flugblättern machten sie am Sonnabendvormittag auf ihr Anliegen aufmerksam.

Voriger Artikel
Wilhelm-Buschmühle Ebergötzen erinnert an 150 Jahre Max und Moritz
Nächster Artikel
„Auf ein Stündchen mit dem Scharfrichter" durch Duderstadt
Quelle: Richter

Duderstadt. „Stoppt den Rechtsbruch – Keine Öffnung der Fußgängerzone" lautete der Titel des Flugblattes, das an die Besucher des Wochenmarktes ausgegeben wurde. „Linksabbieger? Rechtsabbieger? Rechtsverbieger!" wehrten sie sich darin gegen den Beschluss des Rates der Stadt Duderstadt, einen Verkehrsversuch zu unternehmen. Dieser beinhaltet eine Einbahnstraßenregelung von der Spiegelbrücke bis zur Bahnhofstraße sowie die Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen im Bereich der Unterkirche.

„Bürger, auch Kinder und Ältere, werden zu Versuchskaninchen", beklagt sich Wilfried Dierkes, Sprecher der Bürgerinitiative. „Die Fußgängerzone ist in Duderstadt den Fußgängern und Radfahrern gewidmet", ergänzt Aktivist Klaus Schmidt. Eine Öffnung sei nach bestehendem Verkehrsrecht nicht zulässig, glaubt er. Der Verkehrsversuch, der begründet wird mit einer „Erprobung verkehrsregelnder Maßnahmen" zur Gefahrenabwehr sei daher „das Hinbiegen und Verbiegen von Recht".

Die Mitglieder der Bürgerinitiative riefen Passanten dazu auf, sich einzumischen. Christa Kellner, CDU-Ortsbürgermeisterin in Esplingerode und Gästebetreuerin in der Stadt Duderstadt, macht davon Gebrauch: „Denkt an die älteren Menschen, die ihre Einkäufe erledigen oder zum Arzt gehen müssen", mahnt sie an. „Die Jungen kaufen ohnehin im Internet ein."

Sie halte eine Öffnung der Spiegelbrücke für eine „vernünftige Lösung", sagte sie. Dadurch würden kürzere Wege für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ermöglicht. Die Marktstraße solle ihrer Ansicht nach unangetastet bleiben. „Das ist die gute Stube der Stadt. Sowohl im Sinne der Duderstädter als auch für die Touristen muss da alles bleiben, wie es ist."

Parallel zu den Gesprächen mit Passanten hinderten zwei Mitglieder der Bürgerinitiative unberechtigte Autofahrer an der Durchfahrt über die Spiegelbrücke, in dem sie ein Transparent quer über die Straße spannten, das nur für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer mit Durchfahrtsberechtigung angehoben wurde. Zu Beginn ihrer Demonstration hätten sie sich das sparen könnten. Marktbeschicker hatten – zu Recht – vor der Kirche St. Servatius geparkt, weitere Autos standen auf der gegenüberliegenden Seite. Eine Durchfahrt war dem Nachfolgenden Verkehr schlicht nicht möglich. „Verkehrschaos in der Fußgängerzone", kommentierte Dierkes. „Das passiert, wenn niemand mehr weiß, wer was darf."

 

SPD unterstützt Bürgerinitiative
Unterstützung erfahren die Aktivisten der Bürgerinitiative Lebendige Stadt Duderstadt von Seiten der Duderstädter SPD. Dies haben die Sozialdemokraten auf ihrer Facebookseite erklärt. Sie werfen Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) eine „gravierende Pflichtverletzung“ vor, da er den „offensichtlich rechtswidrigen Öffnungsbeschluss“ nicht verhindert habe. „Der Bürgermeister hat rechtswidrige Beschlüsse des Rates zu beanstanden“, begründen die Sozialdemokraten in dem Beitrag. „Die SPD fordert Nolte auf, umgehend sein Versäumnis zu revidieren“, heißt es weiter. Außerdem solle bis zur Klärung des Sachverhalts keine Beschilderung in Auftrag gegeben werden. Weiterhin wird Nolte aufgefordert, „für die Einhaltung der Verkehrsregeln in der Fußgängerzone zu sorgen“, um die „bestehenden Gefahrenlage“ abzuwenden.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Apfel- und Birnenmarkt in Duderstadt

©Richter