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Sandkasten statt Trampolin

„Lebendige Stadt Duderstadt“ Sandkasten statt Trampolin

Seit der Debatte über die Öffnung der Fußgängerzone in Duderstadt ist über Spielgelegenheiten für Kinder in der Innenstadt diskutiert wurden. Der Rat entschied sich für ein Trampolin an der Mariensäule. Doch das ist bis heute nicht da – stattdessen seit Sonnabend ein Sandkasten.

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Sandkasten-Demo: Die BI um Wilfried Dierkes will darauf aufmerksam machen, dass hier ein Trampolin stehen sollte.

Quelle: Nadine Eckermann

Duderstadt. Seit der Debatte über die Öffnung der Fußgängerzone in Duderstadt ist über Spielgelegenheiten für Kinder in der Innenstadt diskutiert wurden. Der Rat entschied sich für ein Trampolin an der Mariensäule. Doch das ist bis heute nicht da – stattdessen seit Sonnabend ein Sandkasten.

„Hier könnte ein Trampolin stehen“, erklärte Christoph Jünemann, Mitglied der Bürgerinitiative „Lebendige Stadt Duderstadt“ Passanten, die sich über den Mini-Spielplatz zwischen Rathaus und Basilika wunderten. Wie die übrigen Mitglieder der BI wollte er am Sonnabendvormittag – als wegen des Wochenmarktes besonders viele Passanten in der Stadt unterwegs waren – darauf aufmerksam machen, wie lange die Duderstädter bereits auf das im Rat beschlossene Spielgerät warteten. Plakate auf Aufstellern sollten den Verlauf der „Neverending-Story“, wie eine Mutter im Gespräch die Anschaffung der Spielgeräte nannte, verdeutlichen: Nachdem die Fußgängerzone nicht zu Testzwecken für den Verkehr freigegeben worden war, entbrannte eine Diskussion über Regeln und Ausstattung der Fußgängerzone, in der unter anderem auch über anziehende Punkte für junge Familien gesprochen wurde. Nachdem andere Ideen verworfen worden waren, einigte man sich auf ein Trampolin im Bereich der Mariensäule. Ortsbegehungen zeigten, der Platz könne – auch sicherheitstechnisch – dafür genutzt werden, die Politik gab das Okay und bestätigte im Juni noch einmal, die Installation sei gewünscht und solle so schnell wie möglich umgesetzt werden. „August hieß es, jetzt ist es Mitte Oktober“, monierte Wilfried Diekes, Sprecher der BI. „Man könnte glatt denken, die wollen das nicht.“ Mit „die“ meinte er die Verwaltung.

Mit der Aktion habe die Bürgerinitiative ein Zeichen setzen wollen, um an das Problem zu erinnern. Die Unterstützer von „Lebendige Stadt Duderstadt“ setzten damit fort, was sie unter anderem mit Spielaktionen vor dem Rathaus begonnen hatten. Im Kleinen wollten sie das bieten, was ihrer Meinung nach in der Stadt fehlt – so auch Spielgelegenheiten, so Dierkes. Statt eines Trampolins musste zu Demonstrationszwecken etwas Preisgünstigeres her, also entschieden sich die BI-Mitglieder bei ihren Planungen für einen Sandkasten, finanziert aus Spenden und versehen mit Förmchen und Eimern. „Eine Frau hat sogar hier noch zehn Euro dazugegeben, als sie gehört hat, was wir machen“, berichtete Dierkes. Auch seien die Reaktionen der Passanten durchweg positiv ausgefallen, berichtete er. Emma Rosa Rau (2) jedenfalls hatte Spaß beim Spielen im Sand. Mutter Jana Brand aus Gerblingerode sagte, sie fände den Sandkasten ebenfalls „super“ – und sie könne sich vorstellen, dass ihre Tochter eines Tages Freude an einem Trampolin hätte.

Bis das kommt, will die Bürgerinitiative hartnäckig bleiben. Trotz fehlender Genehmigung soll der Sandkasten bleiben. „Noch hat sich niemand bei uns beschwert“, so Dierkes. Täglich soll morgens und abends der Sand auf Verunreinigungen überprüft werden. Außerdem wollen die BI-Unterstützer die Straße um den Sandkasten herum fegen. Sollte das Trampolin installiert werden, wollen sie den Sand, das Gerüst und die Förmchen spenden. Wann das passiere, sei aber nicht absehbar: „Wir haben stabil gebaut. Die Sandkiste muss schließlich halten, bis die Stadt so weit ist“, so Dierkes lachend.

Von Nadine Eckermann

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