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Bürgerinitiative kämpft für Umgehung

Duderstadt Bürgerinitiative kämpft für Umgehung

Eine im Aufbau befindliche Bürgerinitiatve will Druck aufbauen, um den Bau der Duderstädter Südumgehung zu forcieren. Bei einem ersten Treffen sind sich Durchgangsstraßen-Anlieger aus mehreren Ortschaften einig gewesen, ein Gegengewicht zu den Umgehungsgegnern zu schaffen.

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Bislang endet die Duderstädter Ortsumgehung am Euzenbergkreisel. Von dort aus soll sie durch einen Pferdeberg-Tunnel nach Thüringen fortgeführt werden.

Quelle: Oliver Thiele

Duderstadt. Mit dem Bundesstraßenverkehr vor ihren Haustüren haben sich die Betroffenen auch nach Jahrzehnten nicht abgefunden. Walter Hiemisch, der seit 47 Jahren an der Worbiser Straße in Duderstadt, beklagt „permanent zunehmenden Lkw-Verkehr und mangelnde Tempokontrollen“. Die Sackstraße habe gezeigt, was ein Bürgervotum bewegen könne. „40-Tonner lassen die Wände beben, Fenster kann man wegen des Lärms nicht öffnen“, moniert Bernd Koch, der vor vier Jahren ein Haus an der Worbiser Straße erworben hat. Vor allem über den Schwerlastverkehr klagen auch Frank-Ulrich Engel aus Teistungen und Dirk Braun aus Gerblingerode. Industriestraßen-Anwohner Eberhard Werner, der die länder- und parteigreifende Bürgerinitiative angestoßen hat, führt darüber hinaus Wertverlust von Immobilien, Staus, Stickoxide, Autorennen, Anliegerkosten, Gülle- und Hackschnitzel-transporte ins Feld . Helmut Artmann als Eigentümer mehrerer Grundstücke rechnet nach dem Planfeststellungsverfahren noch mit 14 Jahren bis zur Fortführung der Umgehung: „Wir müssen versuchen, diese Zeit zu verkürzen.“

Besonders der grüne Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin ist den Fürsprechern der Umgehung ein Dorn im Auge. In der Runde wurde gemutmaßt, dass er als Retourkutsche für seine persönliche Niederlage mit der Waaker Umgehung das Duderstädter Projekt zum Scheitern bringen wolle. Engelbert Gatzemeier, der 2010 eine Bürgerinitiative für die Umgehung Westerode gegründet hat, wirft zudem den Tiftlingeröder Kommunalpolitikern vor, durch „lange Diskussionen über eine ihnen genehme Umgehungsvariante“ das Projekt verzögert zu haben. Westerode werde zurzeit nur um rund 20 Prozent vom Verkehr entlastet: „Die vorhandene Umgehung macht keinen Sinn, wenn sie nicht fortgeführt wird.“

Die vom IndustriestraßenAnwohner Eberhard Werner angestoßene länder- und parteiübergreifende Bürgerinitiative will zunächst das Gespräch mit den CDU-Bürgermeistern Wolfgang Nolte und Horst Dornieden suchen sowie eine Unterschriftenaktion starten. Angedacht sind außerdem Protestbanner an den Durchgangsstraßen und Demonstrationen. Werner, Gatzemeier und Benno Wüstefeld sind zu Sprechern der Initiative ernannt worden. „Wir benötigen die Anbindung an die A 38, wie es der Bundesverkehrswegeplan vorsieht“, sagt Werner und verweist auch auf die Wichtigkeit der Umgehung für Wirtschaft und Bundespolizei.

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