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Caritas Duderstadt startet Demografie-Initiative

„Wir müssen enger zusammenrücken“ Caritas Duderstadt startet Demografie-Initiative

„Hier ist das Idyll zu Hause. Ansonsten aber niemand mehr.“ Das großflächige Banner am Duderstädter Caritas-Centrum zeigt einen Altbau am Dorfrand mit bröckelndem Putz, an dem ein älterer Herr vorbeischleicht. Ebenso plakativ sind die Videos, die die auf drei Jahre angelegte Caritas-Kampagne „Stadt – Land – Zukunft“ begleiten: „Immer mehr Menschen ziehen in die Stadt. Das Land verändert sich. Wie, das liegt ganz bei uns.“ 

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Präsentieren neue Caritas-Kampagne: Ralf Regenhardt, Martina Hesse, Angela Jakob und Manuela Kunze.

Quelle: Thiele

Duderstadt. Diese Aufforderung hat sich der regionale Caritasverband zu Herzen genommen und will dazu beitragen, das Leben im ländlichen Raum weiterhin attraktiv zu gestalten und insbesondere die Daseinsfürsorge zu sichern.

„Wir haben zahlreiche Ideen und Vorhaben entwickelt“, sagt Vorstand Ralf Regenhardt. Um die demografischen Herausforderungen geht es auch in der Caritas-Fachtagung am Dienstag, 3. März, im Duderstädter Rathaus mit Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) und „Best-Practice“-Beispielen wie den Initiativen Mingerode 2030 sowie Don Camillo und Peppone.

„Die Caritas wird tagtäglich mit den Problemen von Familien und Senioren auf dem Land konfrontiert“, sagt Regenhardt: „Vereinzelung und Einsamkeit im Alter nehmen zu, ebenso Multiproblemlagen in der Kinder- und Jugendhilfe.“ Die Lebensqualität auf dem Land leide immer mehr unter Ärztemangel, kaum wohnortnaher Gesundheitsversorgung, Vereinen mit Nachwuchssorgen und ausgedünnten Busfahrplänen. Auf ihrer Website bietet die Caritas einen Ort, sich über Ideen und Projekte vom Dorfladen bis zum Disco-Bus auszutauschen.

„Wir kommen mit unseren Beratungsangeboten in die Region“

„Landflucht und demografischer Wandel sind schon seit Jahren ein Thema“, ergänzt Tagespflege-Dienstleiterin Manuela Kunze und weist auf den Fachkräftemangel im sozialen Bereich hin. Die Caritas will deshalb verstärkt in die Schulen gehen, um für das Freiwillige Soziale Jahr und Pflegeberufe zu werben, die wegen Belastung und Bezahlung unter einem schlechten Image leiden.

Das Beratungsangebot zu den Themen Demografie, Pflegeversicherung, Betreuung und Demenz soll ausgeweitet, die lokale Erreichbarkeit ausgebaut werden. Angela Jakob, Teamleiterin der Sozialstation Göttingen-Gleichen, nennt das Stichwort Mobilität: „Wir kommen mit unseren Beratungsangeboten in die Region.“

Thomas Pohl (Schuldnerberatung) und Markus Pioronek (Erziehungsberatung)  bieten bereits Sprechstunden im Familienzentrum Gieboldehausen an, die Nachfrage ist groß. Die Caritas überlegt auch, wie sie mit Nachbarschaftshilfen zusammenarbeiten und ihre Fahrzeuge für weitere Transportdienste nutzen kann. Dafür sind allerdings noch bürokratische und versicherungsrechtliche Hemmnisse zu überwinden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die noch stärkere Vernetzung und Koordination verschiedener Angebote – bis hin zur Fusion. „Wir müssen enger zusammenrücken, um die Entwicklung abzufedern“, betont Regenhardt. Wie früher die Gemeindeschwestern müsse man Ansprechpartner in den Orten, eine Kultur der Achtsamkeit und eine selbstverantwortliche Bürgergesellschaft initiieren.

Auch das „Forum Süd“ als Plattform für Ehrenamtliche beschäfigt sich mit dem demografischen Wandel als Jahresthema.

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