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Ministerin Cornelia Rundt macht sich stark für ambulante Pflege und kleine Kliniken

Caritas-Tagung zur Demografie in Duderstadt Ministerin Cornelia Rundt macht sich stark für ambulante Pflege und kleine Kliniken

Wir werden weniger, älter und bunter. Der demografische Wandel ist unübersehbar geworden, seine Thematisierung allgegenwärtig. Um Strategien, wie die Entwicklung im ländlichen Raum aufgefangen werden kann, ist es am Dienstag bei der Caritas-Fachtagung „Stadt – Land – Zukunft“ im Duderstädter Rathaus gegangen.

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Begrüßt Sozialministerin Cornelia Rundt vor dem Lorenz-Werthmann Haus: Caritas-Verbandsvorstand Ralf Regenhardt.

Quelle: Schauenberg

Duderstadt. Schon einmal einfühlen konnte sich Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) beim Besuch der Senioren-Wohngruppen im Lorenz-Werthmann-Haus. Ihre positiven Eindrücke nahm sie mit ins Rathaus, wo sie eine Stärkung der ambulanten Pflege und Grundsicherung forderte: „Sonst sind wir alle Verlierer“.

„Der Wandel lässt uns keine Ruhe“, sagte die Sozialpolitikerin mit Blick auf den ländlichen Raum. Zwischenapplaus gab es, als sie das Lohndumping im Gesundheits- und Pflegebereich anprangerte, allgemeinverbindliche Tarifverträge und deren Refinanzierung forderte: „Es war ein Grundfehler der letzten Jahrzehnte, die Gesundheit dem Marktgeschehen zu überlassen.“ Rundt plädierte dafür, Krankenhäuser in der Fläche über Sicherstellungszuschläge zu erhalten und ärztliche Aufgaben an ambulante Pflegedienste zu delegieren.

Weitere Stichworte waren Teilhabechancen, Mobilität, Lebensqualität, Netzwerkarbeit, die im vergangenen Jahr gestartete Installation von Gesundheitsregionen („Jeder siebte Niedersachse ist im Gesundheitssektor tätig“) und Wohnraumförderung: „Im ländlichen Raum gibt es zuviel, aber nicht seniorengerechten Wohnraum.“ In ihrem Ministerium gebe es viele Baustellen, die positiv miteinander verbunden werden müssten, beendete die Ministerin ihre mit vielen Zahlen und Exkursen zu laufenden Gesetzesverfahren gespickten Ausführungen. Dazu gehörten Migranten als Fachkräfte und Nachbarn der Zukunft sowie der Einbezug von Menschen mit Behinderung.

„Entscheidend wird sein, was auf den Dörfern geschieht“, betonte Landrat Bernhard Reuter (SPD). Im Eichsfeld, das die demografische Entwicklung besonders deutlich zu spüren bekomme, sei das schon eine Menge. Exemplarisch wurden im Rathaus die Initiativen Mingerode 2030 und „Don Camillo und Peppone“ vorgestellt.

„Es geht um das Ziel einer lebenswerten Zukunft statt Resignation“, meinte Propst Bernd Galluschke und zitierte den Auto-Werbespot „Umparken im Kopf“. Caritas-Diözesandirektor Hans-Jürgen Marcus warnte vor einem „Mythos Demografie“, Regionalverbandsvorstand Ralf Regenhardt konstrastierte seine Eichsfelder Kindheit in den 60er-Jahren mit der aktuellen Öffnung und Veränderung der Gesellschaft. „Jahr für Jahr ein Dorf weniger“, zitierte er das Eichsfelder Tageblatt: „Wir müssen das Weniger-Werden gestalten. Der demografische Wandel schafft auch Raum für neue Ideen und Bündnisse.“

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©Richter