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Caritas fährt mit Flüchtlingen zu Konzert

Afghanisches Frauenorchester Caritas fährt mit Flüchtlingen zu Konzert

Der Caritasverband Südniedersachsen hat in der Region lebende Flüchtlinge sowie ehrenamtliche Helfer zu einem Konzert des afghanischen Musikorchesters "Zohra" in Weimar eingeladen. "Es war ein besonderes Erlebnis", sagt Marion Diesmann von der aufsuchenden Flüchtlingsarbeit der Caritas.

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Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer aus Duderstadt besuchen ein Konzert des afghanischen Musikorchesters "Zohra" in Weimar.

Quelle: R

Duderstadt. Die 35 jungen Frauen des Orchesters im Alter von 13 bis 20 Jahren studieren am Afghanistan National Institute of Music in Kabul, der einzigen Musikakademie von des Landes. In der afghanischen Gesellschaft sei Musik suspekt und habe dort keinen Platz, schon gar nicht für Mädchen, beschreibt Diesmann die Situation für die jungen Frauen: "Aber die Musikerinnen von Zohra haben ein ganz klares Ziel: Sie wollen, trotz Ablehnung durch die Taliban und zum Teil auch ihrer eigenen Familien, der Ideologie der Unterdrückung etwas entgegensetzen." Deshalb spielen sie derzeit ihre Konzerte für Hoffnung und Frieden.

Kulturelle Reise für Ehrenamtliche und Flüchtlinge

Als sie von dem Konzert in Weimar erfuhren, einem von nur zwei in Deutschland, organisierte Marion Diesmann gemeinsam mit Martina Hesse, ihrer Kollegin von der Integrationsberatung, einen Bus. Rund 40 Personen machten sich auf den Weg nach Weimar, eine Mischung aus afghanischen Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern in der Flüchtlingsbetreuung. Die Flüchtlinge nahmen mit der ganzen Familie einschließlich Kindern an der kulturellen Reise teil. "Während der Fahrt konnte man sehen, dass aus Ehrenamtlichen und Flüchtlingen mittlerweile eine Einheit geworden ist", schildert Hesse ihre Beobachtungen.

Mischung aus Folklore und westlicher Musik

Das Konzert sei ein tolles Erlebnis gewesen, berichtet Hesse. Die Musikerinnen hätten vor allem folkloristische Musik ihrer Heimat dargeboten, aber auch ein eigens für das Orchester komponiertes Stück. Ein besonders bewegender Moment sei die Aufführung von Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" gewesen, gespielt auf Geige und Cello gemeinsam mit den in Afghanistan verbreiteten Instrumenten Tabla (kleine Trommeln), Sitar (eine Langhalslaute) und dem afghanischen Nationalinstrument Rubab (eine Schalenhalslaute). Das afghanische Orchester trat gemeinsam mit Schülern des international arbeitenden Musikgymnasiums "Schloss Belvedere" auf. Trotz der kurzen gemeinsamen Übungsphase hätten die Musiker gut miteinander harmoniert, zeigte sich Hesse beeindruckt. Musik sei eben eine internationale Sprache, mit der sich auch sprachliche und kulturelle Grenzen überwinden ließen. Zum Abschluss gab es stehende Ovationen für die Gäste aus Afghanistan

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©Richter