Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Christina und Sigward Renneberg zeigen ihren Garten

Thema des Tages Christina und Sigward Renneberg zeigen ihren Garten

Vom Naturgarten zum beinahe ausgestorbenen gepflegten Hausgarten, vom formalen Gartenpark bis zur kleinen Welt der Steingärten, vom gepflegten Villengarten zu üppigen Blumenrabatten, vom Garten mit Kinderabteilung bis zum Rosenschaugarten. So beschreibt Katrin Schade die Vielfalt des zwölften Tags des offenen Gartens. Zusammen mit Antje Marx organisiert sie die Veranstaltung, bei der am Sonntag, 14. Juni, von 10 bis 18 Uhr Besitzer von privaten und öffent­lichen Gärten ihre ­Pforten öffnen.

Voriger Artikel
Anwohner findet Roller in Fuhrbach
Nächster Artikel
Rund 100 Interessierte nutzen Beratungsangebot in Duderstadt

Christina und Sigward Renneberg zeigen ihren Garten am Tag des offenen Gartens.

Quelle: Heller

Göttingen. Das Statement ist eindeutig: Wer „Freund und Feind nicht unterscheiden kann, der hat auch nichts in den Beeten zu suchen“, meint Christina Renneberg. Doch wer sich nicht auskennt, dem hilft die Göttingerin mit ihrem angelesenen Wissen und ihreren praktischen Erfahrungen gern weiter. Vor allem freue sie sich auf den Tag des offenen Gartens, weil sie dann mit den Besucher über ihr Lieblingshobby reden könne. So präsentiert Christina Renneberg am Sonntag, 14. Juni, zusammen mit Mann Sigward ihren städtischen Groner-Garten, Auf dem Greite 31.

Angefangen habe alles mit dem rund 625 Quadratmeter großen Baugrundstück auf dem 1962 Sigward Rennebergs Eltern gebaut haben, beschreiben die beiden Ruheständler. Der Garten soll zunächst ein reiner Nutzgarten gewesen sein. Später kauften die Rennebergs das angrenzende Grundstück mit weiteren 625 Quadratmetern. Vor rund 10 Jahren haben sie begonnen, den Garten in einen „schönen Garten umgestaltet“, erzählt Christina Renneberg. Erst waren es nur Sträucher und Pfingstrosen. Das sei ihr aber nach deren Blüte zu eintönig geworden, sagt die Gartenliebhaberin.

Neben rund 80 Rosen und 30 Pfingstrosen – von denen Renneberg einige selbst gezogen hat – hielten auch weitere Gewächse Einzug in den Garten. Oft tauscht sie mit Freunden und Bekannten Pflanzen aus. Aber auch „Zuwanderer“ heißt sie willkommen. So seien unter anderem Glockenblumen und Akeleien auf natürlichem Weg in ihren Garten gelangt. Viele Insekten, Vögel und auch ein paar Igel hätten sie auf dem Grundstück, sagt Renneberg. Brennnesseln lasse sie für die Schmetterlinge stehen.

„Die Blumen dürfen kuscheln“

Was ausgeschrieben den Eindruck von Wildwuchs erweckt, ist in Natura durchdacht. Viele Blumen pflanzt die Gartenliebhaberin um, weil ihr der Standort nicht gefalle, meint Renneberg. Mit Perspektive arbeitet sie viel. Außerdem zieren neben kleinen Dekorationen auch mehrere Rosenbögen das Grundstück. Die habe sie von ihren zwei Töchtern geschenkt bekommen. Erst habe Renneberg nicht so recht gewusst, was sie damit anfangen solle, erzählt sie, doch die Kinder kennen die Mutter: „Setzt dich hin und mach einen Plan“, sollen sie gesagt haben. Letztendlich zieren die Rosenbögen nun die Mitte des unteren Gartens.

„Ganz wichtig“, sagt Renneberg, „Die Blumen dürfen kuscheln“. Das reduziere die Arbeit, weil so der Boden bedeckt sei und weniger Wildkräuter wüchsen. Außerdem achte sie auf die „Farbharmonie“ und sortiere die Pflanzen. Nur auf wenig Beeten hat Gelb platz gefunden. Vielmehr dominieren Rosa, Rot, Weiß und Blau im Blütenstand. „Eigentlich habe ich hier immer etwas zu tun“, sagt Renneberg und berichtet im gleichem Atemzug von Rosen die im vergangenen Jahr noch im Dezember geblüht haben. Gift nutze sie in ihrem Garten nicht, da sie unter anderem die Blüten gern isst.

200 Flyer für den Tag des offenen Gartens, an dem das Ehepar schon mehrmals teilgenommen hat, habe sie in der Stadt verteilt. Zurzeit sei ihr Haus wegen einer Baustelle allerdings schwer zu erreichen, beschreibt Christina Renneberg. Deswegen empfiehlt sie Besuchern in der Bachstraße oder im Greitweg zu parken und das Grundstück über den Hintereingang zu betreten. Dann können die Besucher nicht nur den üppigen Garten bestaunen, sondern den Rennebergs gleich zum Hochzeitstag gratulieren. „Am Sonntag sind wir 44 Jahre verheiratet“, sagt Sigward Renneberg.

Von Friedrich Schmidt

Christina und Sigward Renneberg zeigen ihren Garten am Tag des offenen Gartens.

Zur Bildergalerie
 

Grenzenlose Gärtnerei

Reinhausen. Seit 2004 organisiert Karin Schade zusammen mit ihrer „Gartenfreundin“ Antje Marx ehrenamtlich den Tag des offenen Gartens. Angefangen hat aber eigentlich alles mit der Interessengemeinschaft Bauernhaus.
Damals seien sie und ihr Mann noch in der Vereinigung aktiv gewesen, die sich für den Erhalt historischer Baukultur auf dem Land und in der Kleinstadt einsetzt, erzählt Schade. Bei einer Pflanzenbörse des Vereins sei dann die Idee geboren worden, „reihum Gärten für Interessierte zu öffnen“, sagt die Inhaberin des Rosenparks in Reinhausen.

Zu Beginn sahen sich die Organisatorinnen mit Problemen konfrontiert. Sie hätten mit dem Projekt nämlich in einer Zeit begonnen, in der es hießt, dass solche Konzepte „nur in Schleswig-Holstein und Groß Britannien funktionieren“, sagt Schade. Dennoch starteten sie die erste Auflage des Tags des offenen Gartens. Die Gartenfreundinnen wollten über die Landesgrenzen hinweg agieren und das „Gebiet zusammenwachsen lassen“. 20 Gärten beteiligten sich damals, meint Schade.

Seitdem gab es viel Arbeit für die Ehrenamtlichen. Neben einem „Haufen Verwaltungsarbeit“, mussten sie für die 12 Auflagen des Projekts rund 150 Gärten in den Landkreisen Göttingen, Northeim, Eichsfeld und Werra-Meißner anfahren, beschreibt Schade. Die potenziellen Pfortenöffner und deren Gärten sollten schließlich zunächst begutachtet werden. Aber eigentlich reguliere sich der Teilnehmerstand natürlich, meint die Gärtnerin. Beim Tag des offenen Gartens bekäme „man Feedback und Anregungen von den Besuchern“, sagt sie und könne seine Kreation mit denen der anderen vergleichen.

Im vergangenen Jahr waren laut Schade „in allen geöffneten Gärten nahezu 12 000 Garteninteressierte unterwegs“. Auch in diesem Jahr öffnen die Besitzer wieder ihre Pforten. Vielfalt, „die die Bandbreite der Gartenkultur in unserer Region widerspiegeln soll“, beschreibt Schade. Und auch in diesem Jahr ist sie sich sicher: „Kein Garten gleicht dem anderen“.

 
Das Programm zum Tag des offenen Gartens als PDF
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter