Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
„Das ist eigentlich ein Hühnerberuf“

Auszubildender in einer Apotheke „Das ist eigentlich ein Hühnerberuf“

Hahn im Korb, das ist der Auszubildende Robert Helbing an seinem Ausbildungsplatz, der Laurentius-Apotheke im Ortskern von Gieboldehausen. Grund hierfür: Er ist einer der wenigen Männer, der Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter (PKA) werden will.

Voriger Artikel
„Meine Güte: Wir sind doch alle erwachsen“
Nächster Artikel
Hammer, Amboss und Hufeisen im Kofferraum

Kontrollieren die Bestellungen und das Sortiment: Robert Helbing und Eva-Kristin Waldhelm.

Quelle: Pförtner

Und er ist der erste männliche Auszubildende in der Apotheke. „Das ist eigentlich ein Hühnerberuf“, findet seine Chefin, die Apothekerin Eva-Kristin Waldhelm. Auch in seiner Berufsschulklasse gibt es nur Mitschülerinnen. „Es ist nicht anders, als wenn ich mit Männern zusammenarbeite“, findet er jedoch.

„Ich wollte unbedingt eine kaufmännische Ausbildung machen“, erzählt der 21-jährige Gieboldehäuser. Da er nach dem Realschulabschluss jedoch keinen Platz fand, absolvierte er erst einmal erfolgreich eine Bäckerlehre. Dann habe er gesehen, dass man auch in der Apotheke eine kaufmännische Ausbildung absolvieren kann. Gegen rund 20 Bewerber setzte er sich durch. Nun ist er seit Anfang August unter anderem zuständig für die Lagerbestandsverwaltung der Apotheke.

Der PKA entwickelte sich 1993 aus dem Beruf des Apothekenhelfers. Gehörten damals noch Warenbewirtschaftung und unterstützende Tätigkeiten zum Hauptaufgabengebiet, so kümmert sich der PKA von heute überwiegend um die kaufmännischen Angelegenheiten. „Und im Gegensatz zum anderen Ausbildungsberuf in Apotheken, dem Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), dürfen PKAs die Kunden nicht über Arzneimittel beraten oder Mittel verkaufen“, erklärt Waldhelm. Allerdings dürfte er im Verlauf der Ausbildung über Kosmetika, Diätprodukte oder Verbandsstoffe beraten und bei Eignung die Marketingmaßnahmen und das Rechnungswesen unterstützen.

Von 400 PKA-Auszubildenden in Niedersachsen sind derzeit 16 Männer. Auch bei den PTAs liegt der Frauenanteil bei rund 90 Prozent, sagt Ulrich Weißenborn von der Apothekerkammer Niedersachsen. Der Grund hierfür: „Berufe in der Apotheke waren immer schon Frauensache.“ Daran werde sich auch in Zukunft wenig ändern, ist er sich sicher. „Es ist eine kaufmännische Ausbildung, und ich verkaufe ja nicht nur Lippenstift“, sagt jedoch Helbing, der sich nicht erklären kann, warum der Beruf so wenige Männer interessiert.

Er hat trotzdem viel Spaß bei der Ausbildung. „Außerdem lerne ich durch die Ausbildung, welche Medikamente ich wann einnehme“, sagt er grinsend. Zudem schätzt er die flexiblen Berufsmöglichkeiten, wenn er die dreijährige Ausbildung beendet hat. Dann kann er sich nicht nur in Apotheken, sondern auch in Drogeriemärkten oder im pharmazeutischen Großhandel bewerben.

cob

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Duderstadt
Feuerwehrübung in Krebeck

©Richter