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Nur noch vier Pfarrer in zwei Bezirken

Dekanatspastoralrat Nur noch vier Pfarrer in zwei Bezirken

Die Mitglieder des Pastoralrates für das Dekanat Untereichsfeld haben über die Zukunft der Kirche gesprochen. Im Anschluss ließ Vorsitzender Propst Bernd Galluschke über die Personalplanung 2025 abstimmen, die unter anderem nur noch zwei leitende Pfarrer sowie zwei Kooperatoren im Dekanat vorsieht.

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Die Vorsitzenden Probst Bernd Galluschke und Sonja Zwingmann sammeln im Dekanatspastoralrat Handlungsoptionen für die Kirche im Eichsfeld.

Quelle: Franke

Duderstadt. Im Beisein von Pastoralreferentin Christiane Müßig, zuständig für lokale Kirchenentwicklung in der Hauptabteilung Pastoral, ließen die Pfarreivertreter die Besuche der Referentin und des Pastoralhauptabteilungsleiters Christian Hennecke Revue passieren. „Die Idee war, Pfarreien kennenzulernen und Beziehungen zu pflegen beziehungsweise neu aufzunehmen“, erläuterte Müßig in der Diskussionsrunde im Haus St. Georg in Duderstadt noch einmal den Hintergrund der Besuche. In den Berichten, welche die Pfarreivertreter im Pastoralrat zusammenfassten, offenbarten sich in den sechs Pfarreien ähnliche Stärken, Schwächen und Herausforderungen.

Höhere Wertschätzung des Ehrenamtes

Eine Stärke sei das ehrenamtliche Engagement, welches die Gemeindevertreter hervorhoben. Doch gleichzeitig zeigte sich hier auch eine Schwäche, denn die Aufgaben seien auf zu wenige Schultern verteilt. Auf jeden Fall müsse das Ehrenamt eine höhere Wertschätzung erfahren, lautete die einhellige Meinung in der Runde.

Als Grund für den Rückgang der Kirchenbesuche wurde in den Berichten unter anderem das geringere Angebot an Gottesdiensten genannt, aber auch die zum Teil mangelnde Bereitschaft, zum Gottesdienst in den Nachbarort zu fahren. Viele Menschen hätten auch irgendwann den Bezug zur Kirche verloren. Das Interesse an Religion sei durchaus vorhanden, aber nicht unbedingt das Interesse an der Kirche. Lösungsvorschläge zielten unter anderem darauf ab, andere Formen an Kirchorten und neue lithurgischen Formen zu finden. „Das Eichsfeld hat die Talsohle bei weitem noch nicht erreicht“, kommentierte Gieboldehausens Pfarrer die aktuelle Situation. „Wir werden noch viel weniger.“

Schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher

Auf die schwindende Zahl der Gottesdienstbesucher beruft sich auch der Vorschlag zur „Verteilung“ des pastoralen Personals für den Stellenplan 2025 des Bistums, den Propst Galluschke nach der einstimmigen Abstimmung beim Personalchef des Bistums, Domkapitular Martin Wilk, einreichen will. Der Vorschlag sieht eine Aufteilung des Dekanats in zwei Bezirke vor, die beiden ehemaligen Dekanate Duderstadt und Gieboldehausen, in denen insgesamt zwei leitende Pfarrer, zwei Kooperatoren, zwei Gemeindereferenten, ein Pastoralreferent sowie ein Jugendseelsorger wirken. Mit dem Beginn der Umsetzung sei aber erst in etwa fünf Jahren zu rechnen, erklärte der Propst.

Vorschlag zur „Verteilung“ des pastoralen Personals

Der Vorschlag zur „Verteilung“ des pastoralen Personals, den Propst Bernd Galluschke für den Personalplan 2025 des Bistums Hildesheim beim Bistumspersonalchef Domkapitular Martin Wilk einreichen will, fasst das Ergebnis der Überlegungen im Dekanatspastoralrat zusammen.

Das Dekanat wird in die Bezirke Gieboldehausen und Duderstadt aufgeteilt, die ehemaligen Dekanate. In dem Bezirk, der die Pfarreien Gieboldehausen, Bilshausen und Rhumspringe umfasst, sollen sich zwei Pfarrer mit Wohnort in Gieboldehausen die Leitung der Pfarrei und die Begleitung der Wallfahrten teilen. Unterstützung bekommen sie nach der Planung von einem Gemeindereferenten. Im anderen Bezirk mit den Pfarreien Duderstadt, Nesselröden und Seulingen sollen sich zwei Pfarrer mit Wohnort Duderstadt die Leitung der Pfarrei und die geistliche Leitung und Begleitung der Wallfahrten in diesem Bezirk teilen. Die Verantwortung fürs Dekanat und die repräsentativen Pflichten soll der Propst übernehmen. Auch hier soll ein Gemeindereferent eingestellt werden. Außerdem soll es einen Pastoralreferenten fürs Dekanat geben, der auch für die Organisation der Wallfahrten zuständig ist.

Als dritten Punkt beinhaltet der Vorschlag eine Stelle für einen qualifizierten Priester/Gemeindreferenten für die Jugendseelsorge im Dekanat und in Emmaus und Emma.

Als grundsätzlich hat der Propst aufgeführt, dass die Region von vielen Traditionen geprägt sei, 13 Kindertagesstätten betreibe und ein reges Wallfahrtswesen habe. Deshalb müsse das theologische Personal dafür eine Affinität und Begabung vorweisen beziehungsweise für diese Bereiche „brennen“.

Katholikenzahl als wichtigster Entscheidungsfaktor

Planung: Um zu bestimmen, wie viele Priester künftig in einem Dekanat ihren Dienst verrichten, hat Weihbischof Heinz-Günter Bongartz einen Stellenplan für 2025 entworfen, der verschiedene Faktoren in unterschiedlicher Gewichtung berücksichtigt: Wie viele Katholiken leben in einem Dekanat (45%), wie groß ist die Fläche (15%), wie viele Kirchorte gibt es (20%), wie hoch ist die Zahl der Taufen, Erstkommunionen, Trauungen und Beerdigungen (20%)? Der aktuelle Stellenplan 2020 des Bistums Hildesheim sieht für jede Pfarrgemeinde einen Pfarrer vor. Abhängig von der Zahl der Katholiken (Richtzahl etwa 10000) und weiteren Faktoren könne es einen Kooperator zusätzlich geben. Wie Propst Bernd Galluschke bestätigte, habe das Dekanat Untereichsfeld derzeit sechs Pfarrer plus zwei Kooperatoren.

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