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Demo mit Onay und syrischen Musikern

Duderstadt Demo mit Onay und syrischen Musikern

Belit Onay unterstützt das Bündnis gegen Rechts in Duderstadt. Der Landtagsabgeordnete (Bündnis 90 / Die Grünen) will am Sonntag während der Bündnis-Kundgebung auf dem Rathaus-Vorplatz sprechen.

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Belit Onay (Grüne), niedersächsischer Landtagsabgeordneter, unterstützt das Bündnis gegen Rechts in Duderstadt.

Quelle: dpa

Duderstadt. In dieser Woche soll sich die Kundgebung mit dem Themenkomplex Flüchtlingspolitik und -hilfe beschäftigen. „Hand in Hand - mit Flüchtlingen gegen Rechts“, laute das Motto, erklärt Bündnissprecherin Jennifer Ahlbrecht. Außer Onay werde Propst Bernd Galluschke einen Redebeitrag beisteuern, kündigt sie an. Er werde als Sprecher des Caritasrates über Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe berichten.

Musiker aus Aleppo

Auch Musik sei wieder vorgesehen, sagt Ahlbrecht. Dabei sollen Hans-Georg Pniwczak und Wolfgang Sima, die „Hausband“, wie das Bündnis den Sänger und den Gitarristen nennt, internationale Unterstützung erfahren: Eine Gruppe Geflüchteter aus Aleppo soll während der Demonstration auftreten. Es handele sich bei ihnen um Menschen, „deren Heimatstadt nur noch aus Häuserskeletten besteht und denen hier von Rechtsgesinnten der schwarze Peter zugeschoben wird“, sagt Ahlbrecht. Während der Kundgebung gebe es Gelegenheit, einen Teil ihrer Kultur kennenzulernen.

„Freundeskreis“ demonstriert in Heiligenstadt

„In Anbetracht der Radikalität des ,Freundeskreises‘ gehört besonders viel Mut dazu“, lobt Ahlbrecht die Courage der Syrer, die Kundgebung zu unterstützen. Das „Bündnis gegen Rechts - Duderstadt bleibt bunt“ hatte sich als Gegenpol zu den Kundgebungen des „Freundeskreises Thüringen / Niedersachsen“ gegründet. Nach Ansicht des Bündnisses vertritt dieser rassistisches, rechtsextremes Gedankengut. Eine Kundgebung des „Freundeskreises“ soll es nach Auskunft der Stadtverwaltung am Sonntag in Duderstadt nicht geben, wohl aber in Heiligenstadt, so kündigt es der „Freundeskreis“ auf seiner Facebookseite an.

Onay: Weiter im Diskurs bleiben

Onay, der zu den Initiatoren einer Anfrage im Landtag zu den Aktivitäten des „Freundeskreises“ gehörte, sieht dessen Aktivitäten in Thüringen und Niedersachsen mit Sorge. Er betrachtet die neue Mobilisierung von rechten Kräften als bundesweites Phänomen, das sich auch im Eichsfeld niederschlage. Die „neue rechte Szene“, die sich gebildet habe, nutze die aktuelle Flüchtlingssituation, um damit Zuspruch auch von Bürgerlichen aus dem konservativen Lager zu gewinnen. „Die Szene hat die Ängste und Sorgen der Menschen für sich entdeckt“, erklärt er. Dabei würden verschiedene Organisationsformen gewählt: von Bürgerwehren bis hin zu Kundgebungen mit „bürgerlichem Anstrich“ wie die „Freiheitlichen Bürgertreffs“ des „Freundeskreises“. In dieser Situation sei die Arbeit des Bündnisses gegen Rechts und von Initiativen andernorts nicht hoch genug einzuschätzen. In Duderstadt erfahre das Bündnis eine breite Zustimmung, auch von Kirchen und Organisationen, die wiederum als Multiplikatoren dienen könnten. „Wir dürfen nicht aufhören, den Diskurs zu suchen“, fordert er. Die große Aufgabe bestehe jetzt darin, Integration zu gestalten - Dies beziehe sich nicht allein auf Geflüchtete, sondern auch auf diejenigen, die drohen ins rechte Spektrum abzurutschen.

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