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„Der Erkrankte kann sich nicht mehr ändern“

Fachtag Demenz „Der Erkrankte kann sich nicht mehr ändern“

Chronische oder schlimmer werdende Denkschwierigkeiten, Gedächtnis- und Orientierungsprobleme, Veränderungen in der Stimmungskontrolle und im sozialen Verhalten, Schwierigkeiten im Bewältigen des Alltags – Demenz ist eine Krankheit mit vielen Aspekten.

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Miteinander: Berührungen können Demenzkranken ein Gefühl von Nähe vermitteln. 

Quelle: Gutmann/epd

Gieboldehausen. Wenn der Körper eines Menschen noch halbwegs funktioniert, aber das Gehirn immer weniger arbeitet, ist die Begleitung des Erkrankten besonders wichtig. Beim „1. Fachtag Demenz“ im Seniorenzentrum Eschenhof in Gieboldehausen ist dies deutlich geworden. Jutta Kindereit von der Alzheimer Gesellschaft Region Harz in Wieda sowie Ilona Heisig, Ernährungsberaterin aus Göttingen, nahmen zum Thema Stellung. Neben Bewohnern und Angehörigen des 69-Betten-Hauses nahmen Interessierte an der Informationsveranstaltung teil.

„Viele Defizite im Alter fangen mit dem Buchstaben A an“, berichtete Kindereit, die seit zehn Jahren im Vorstand der Alzheimergesellschaft aktiv ist. Zu diesen Krankheiten zählten beispielsweise die Apraxie und Aphasie. Erkrankte könnten praktische Dinge in ihrem Lebensalltag nicht mehr oder nur stark eingeschränkt ausführen, wahrnehmen, aussprechen  oder erinnern. „Der Erkrankte kann sich nicht mehr ändern, weil die Krankheit fortgeschritten ist“, gab Kindereit den Zuhörern mit auf den Weg. „Ich als Begleiter muss mich umstellen“, sagte die Referentin, die bei der Beratung von Angehörigen schon viele Schicksale kennengelernt hat.

Probleme beim Kauen und beim Schlucken

Heisig hat in Göttingen eine Praxis für Ernährungsberatung und Therapie und beschäftigt sich mit Fragen zum Thema Essen und Trinken von Menschen in allen Lebensphasen. „Je älter ein Mensch wird, um so wichtiger wird auch die Frage der Ernährung, weil alte Menschen oftmals auch nicht mehr sehr viel essen und trinken können“, sagte Heisig. Ganz wichtig für Demenzerkrankte seien deshalb die Inhalts- und Nährstoffe im Essen. Häufig hätten Betroffene auch Probleme beim Kauen und beim Schlucken. „Wie kann ich das Essen reichen, wie kann ich es anbieten?“, kam Heisig auf das Thema Fingerfood zu sprechen. Sie zeigte auf, dass Ess-Stationen für Menschen, die viel in Bewegung sind, sehr gut sein können. Beispielsweise könnten neben vitaminreichen Häppchen wie Obst und Gemüse auch Trockenfrüchte und Nussmus angeboten werden.

Als Angebot für alle Interessierten verstehen Beate Böhling, Leiterin des Seniorenzentrums Eschenhof, sowie Pflegedienstleiterin Sandra Koch und ihr Team eine Reihe von Fachtagen, die künftig im Alten- und Pflegeheim in der Knickgasse 31 stattfinden sollen. Nach dem Fachtag Demenz ist als nächstes eine Informationsveranstaltung zum Thema Palliativ-Versorgung geplant. Für Besucher der Fachtage sollen auch künftig Hausbesichtigungen angeboten werden, wie es beim Fachtag Demenz der Fall war. 

Wer sich mit Jutta Kindereit in Verbindung setzen möchte, kann sich an die Alzheimer Gesellschaft Region Harz wenden, Telefon 05586/800617, Internet: demharz.de, E-Mail mail@demharz.de. Ilona Heisig ist zu erreichen unter Telefon 0551/996950403 oder Internet: ernaehrungsberatung-goettingen.de, Mail: IlonaHeisig@web.de

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