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Der Hanomag-Schrauber von Westerode

Ralph Dittmann Der Hanomag-Schrauber von Westerode

Ralph Dittmann ist dabei, einen alten Hanomag-Schlepper auseinanderzunehmen, zu restaurieren und wieder zusammenzubauen. Es ist nicht der erste, den der gelernte Kfz-Mechaniker restauriert.

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Ralph Dittmann ist dabei, einen alten Hanomag-Schlepper auseinanderzunehmen, zu restaurieren und wieder zusammenzubauen. Es ist nicht der erste, den der gelernte Kfz-Mechaniker restauriert.

Quelle: Richter

Westerode. Der 1950 gebaute Schlepper R 25 ist das erste von Hanomag nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte Modell.

„Es ist eine seltene Maschine“, sagt Dittmann. „Wahrscheinlich wurden überhaupt nur 1200 Stück gebaut.“ Er fand den R 25 durch Zufall und holte ihn nach Westerode. Der Schlepper wurde laut Papieren 1972 abgemeldet und stand seitdem unbenutzt in einer Scheune  bei Hannover. Mittlerweile ist der Oldtimer wieder zusammengebaut, sandgestrahlt und angestrichen.

„Man muss alles auseinandernehmen, abdichten und gängig machen“, erzählt der Schrauber. Fast alles ist vorbereitet. Die Einspritzpumpe ist noch beim Boschdienst. Ob er es noch mit seinem neuen Stück zum Oldtimertreffen des Lanz-Bulldog-Clubs am Wochenende, 5. und 6. September, in Werxhausen schafft, bezweifelt Dittmann. Aber er hat schließlich noch andere Hanomag-Schlepper wie einen R 22 aus dem Jahr 1954 und weitere mit den Baujahren 1955 und 1953, die er als Clubmitglied in Werxhausen präsentieren kann.

Ein großes Schild mit einem exakten Schmierplan ist am R 25 bereits befestigt. Das Abdeckungsblech ziert ein Hanomag-Schriftzug – handgemalt, wie in den 1950er-Jahren in der Produktion noch üblich. Aufgeklebte Folien gehen gar nicht, findet der Oldtimer-Fan. Auch der Kabelbaum ist neu verlegt. „Wenn man an so alten Maschinen ein Kabel anfasst, fällt es auseinander und zerbröselt.“

Eine Steckdose für einen Hänger muss jetzt auch an den 25-PS-Schlepper. „Früher hing man einfach eine Lampe an den Hänger, das musste reichen“, sagt der 40-Jährige. Der R 25 soll aber wieder fahrbereit werden und zum Tüv. „Nach so vielen Jahren ist eine Vollabnahme nötig.“  

Der Kfz-Mechaniker, der im Hauptberuf bei Ottobock arbeitet, macht fast alles selbst. Nur wenige können einen alten Schlepper restaurieren. „300 bis 400 Stunden kann man locker rechnen, bis der Tüv kommen kann“, schätzt Dittmann. Den Sonnabend verbringt er häufig in der Werkstatt neben seinem Wohnhaus.

Manche Teile müssen nachgebaut werden. Manche Hersteller produzieren auch noch Teile für Oldtimer, so gibt es passende Reifen zu kaufen.
„Ich komme aus der Landwirtschaft“, erklärt der gebürtige Westeröder seine Passion. „Mit Hanomags auf dem Hof bin ich groß geworden.“  Das Schrauben macht ihm Spaß. „Man sieht, wie es wächst und ist ein Stück weit stolz auf sich.“

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