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Der Kampf gegen das Vergessen

Der katholische Pflegeverbund zum Welt-Alzheimertag Der Kampf gegen das Vergessen

Der „Honig im Kopf“ ist für Demenzkranke und Angehörige bitter. Den Kopf in den Sand stecken müssen sie aber nicht. Den Welt-Alzheimertag am Mittwoch nimmt der katholische Pflegeverbund im Eichsfeld zum Anlass, auf bestehende Hilfsangebote hinzweisen.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Duderstadt. Demografie und Demenz werden viel thematisert, geraten als schleichendes Desaster aber auch immer wieder in Vergessenheit - wenn man nicht direkt betroffen ist. Die Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr. „80 Prozent der Heimbewohner haben anfängliche Demenz“, sagt Markus Kohlstedde, Geschäftsführer des Krankenhauses und Seniorenpflegeheims St. Martini. „Je älter man wird, desto größer ist die Demenz-Wahrscheinlichkeit“, ergänzt Oliver Groß, Chefarzt der im vergangenen Jahr eröffneten Geriatrie-Abteilung: „Das Eichsfeld ist eine Schwerpunktregion.“

Mehr Ratsuchende von Jahr zu Jahr

„Die Zahl der Ratsuchenden steigt von Jahr zu Jahr“, bestätigt Astrid Werner vom Pflegestützpunkt des Landkreises. An die neutrale Beratungsstelle mit Sprechstunden im Lorenz-Werthmann-Haus wenden sich vor allem Menschen im Vorfeld einer Pflegestufe. „Wir versuchen, Angst zu nehmen, verweisen auf vorhandene Untersuchungsmöglichkeiten und Betreuungsangebote, helfen bei Anträgen und bieten auch Hausbesuche an“, sagt Werner.

Demenz werde häufig als Nebenerkrankung bei der Behandlung anderer Krankheiten erkannt, merkt Groß an, verweist auf psychometrische Testverfahren und Umfelddiagnostik: „Wir versuchen, die geistige Entwicklung möglichst lange auf gleichem Niveau zu halten.“ Der Einbezug Angehöriger sei ebenso wichtig wie eine vielschichtige Therapie. Das betont auch Kohlstedde: „Landflucht und Arbeitsverdichtung nehmen zu, der familiäre Rückhalt ab. In vielen Familien fehlt die Zeit, sich um Demenzkranke zu kümmern.“

Betroffene sollen entlastet werden

Für Entlastung sorgen Angebote von Caritas und Maltesern. Caritas-Sozialstationsleiter Gerd Hegerkamp führt neben der ambulanten Pflege die Tagespflege, die Carena-Gruppen, den runden Tisch für Angehörige und betreute Wohngemeinschaften an. Bei der Mitarbeiter-Fortbildung könne die Caritas von der Malteser-Fachschule für Altenpflege profitieren. „Theorie und Praxis kommen hier zusammen, auch Angehörige werden geschult“, sagt Jaqueline Haase. Die Malteser bilden Demenzlotsen aus und eine Tagespflege nach dem Konzept Silviahemmet für Menschen mit Demenz in verschiedenen Stadien an.

Auf das christliche Menschenbild als gemeinsame Grundlage des Demenz-Netzwerks im Eichsfeld weist Caritas-Mitarbeiterin Lydia Ballhausen hin, die den Blick „von Mitleid und Bedauern auf konkrete Hilfsmöglichkeiten umlenken“ will: „Es gibt keine Zauberpille gegen Demenz, Scham und Verzweiflung müssen überwunden werden.“

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