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Deutsch-deutsche Teilung spiegelt sich wider

Mahn- und Gedenkstätte Eichsfeld Deutsch-deutsche Teilung spiegelt sich wider

Mit komplett neuer Innengestaltung zeigt sich das Grenzlandmuseum Eichsfeld, das 1995 aus dem Grenzübergang zwischen Gerblingerode und Teistungen entstanden war und im Jahr 2000 um eine Bildungsstätte ergänzt wurde.

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Spiegelkabinett im Eingangsbereich: Auch über andere Länder und Regionen, in denen Menschen unter der Teilung leiden, können sich Besucher informieren.

Quelle: Tietzek

Gleich geblieben sind die beiden grundlegenden Prinzipien, in denen zum einen die gesamtdeutsche Geschichte der Teilung aufgearbeitet und dokumentiert ist, zum anderen das Teilungsschicksal des Eichsfeldes.

Der Eingangsbereich befindet sich jetzt im Neubau und umfasst auch Informationen für Touristen. Globale Eindrücke gewinnen Besucher an der ersten Station ihres Rundganges. Vom Eingangsbereich kommt man zunächst in ein Spiegelkabinett. Hier laufen Dokumentarfilme, die der deutsch-deutschen Teilung vergleichbare politische Phänomene gegenüberstellen, zum Beispiel Nord- und Südkorea oder Israel und Palästina.

Selbst gesteuerte Rückblicke ermöglicht die nächste Station. An einem Computerterminal wählen die Besucher das Jahr. Neben den Informationen auf dem Schirm, projiziert es den Wandel der Geschichte auf eine große Deutschlandkarte. Sie gehen vom Grenzverlauf bis hin zu Fluchtströmungen.

Aufbereitet, aber wie zuvor, originalgetreu erhalten, folgt der Passkontrollschalter. Leben an und mit der Grenze und Leben in der DDR kann sich der Besucher nicht nur anhand der entsprechenden Exponate vor Augen führen, hinzugekommen sind neue Informationsstationen. Exponate sind um- und teils aussortiert, aufbereitet und die Ausstellung technisch ergänzt worden.

Wo ein Filmstreifensymbol auftaucht, erwarten die Besucher an genannten Stationen Info-Filme passend zu den jeweiligen Exponaten – das ganze bilingual auf Englisch und auf Deutsch. „Rund 200 neue Filme sind dazugekommen“, informiert Ben Thustek, pädagogischer Leiter der Bildungsstätte im Grenzlandmuseum. Noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag, also dem Tag der Neueröffnung, hatte das Gestaltungsteam dem Museum den letzten Schliff gegeben, von Grafik- und Software-Angelegenheiten bis zum 100-prozentigen Erfüllen baulicher Vorgaben wie der zum Brandschutz.

Neben dem Rundgang in historischer Umgebung haben Besucher die Möglichkeit, das Erfahrene und Erlebte zu verarbeiten, sei es in Form von Feedback-Notizen oder durch Nachlesen im Vortrags- und Lektüreraum im Neubau. Auch in die dortigen Büroräume bekommen Besucher Einblick. Absperrkordeln verhindern jedoch unerwünschte Übergriffe.

Auch weitere Eichsfelder Besuchsziele lassen sich vom Grenzlandmuseum aus ermitteln. Diverse Terminals, unter anderem das im Eingangsbereich, enthalten Touristeninformationen, etwa um nach dem Besuch im Grenzlandmuseum das richtige Hotel zu finden.
Besucherscharen hat das neu eröffnete und umgestaltete Grenzlandmuseum angelockt. Allein am Freitag, dem Tag der Neueröffnung, kamen rund 750. „Durchschnittlich sind es 100 pro Tag“, meldet Thustek.

Von Matthias Moneke

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