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Menschliche Abgründe

„Unsere Frauen“ in Tiftlingeröder Grundschule Menschliche Abgründe

Das Deutsche Theater Göttingen hat am Sonnabend in der Gymnastikhalle der Tiftlingeröder St.-Nikolaus-Grundschule das Stück „Unsere Frauen“ präsentiert. Rund 200 Zuschauer sahen eine höchst unterhaltsame Inszenierung der Hausregisseurin Antje Thoms.

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Das Deutsche Theater Göttingen präsentiert „Unsere Frauen“ in Tiftlingerode. Männerabend: Paul (Ronny Thalmeyer, von links), Simon (Karl Miller) und Max (Benjamin Krüger).

Quelle: Schneemann

Göttingen/Tiftlingerode. Die Aufführung war Teil des Festprogramms zum 875-jährigen Bestehen der Pferdeberg-Gemeinde. Mit dem Besuch in Tiftlingerode stelle das Deutsche Theater unter Beweis, „dass es ein Theater der Region ist“, sagte Kreisrat Marcel Riethig, nachdem Festausschuss-Vorsitzender und Ortsbürgermeister Gerd Goebel (CDU) dem Publikum einen „lustigen Abend“ versprochen hatte.

Komödiantisch bestens aufgelegtes Männertrio

Wer nach dem kurzen Auftritt der beiden Herren weibliche Darsteller auf der Bühne erwartete, erlebte eine Überraschung. Frauen tauchten in dem 2013 in Paris uraufgeführten Stück von Eric Assous nur als Gesprächsthema auf, stattdessen bestimmte ein komödiantisch bestens aufgelegtes Männertrio das Geschehen: Karl Miller, Benjamin Krüger und Ronny Thalmeyer.
Als drei alte Freunde haben sie einen gemütlichen Männerabend mit Kartenspielen geplant: auf dem Balkon des Radiologen Max, der frisch von seiner Freundin getrennt ist und sich gerne seiner Plattensammlung widmet. Paul, der Rheumatologe und Familienvater, ist schon da, während Simon, der Friseur, zu spät kommt. Und das auch noch betrunken und mit einem schockierenden Geständnis. Er habe im Affekt seine Frau getötet, erzählt er den Freunden. Er will, dass sie ihm ein Alibi geben.

Abend läuft aus dem Ruder

Nun läuft der Abend völlig aus dem Ruder. Der penible Max möchte seinen Kumpel fallen lassen, der harmoniesüchtige Paul will sich mit keinem der beiden überwerfen. Während Simon im Hintergrund seinen Rausch ausschläft, diskutieren sich die beiden anderen mit viel Wortwitz die Köpfe heiß. Sie räsonieren über Freundschaft, Selbstbetrug und Selbsterkenntnis. Das Publikum blickt in menschliche Abgründe und kann verfolgen, wie es zum Desaster kommt, wenn Freundschaften nicht gefestigt sind. Bis zur letzten Minute gibt es zahlreiche überraschende Wendungen. Hohe Darstellungskunst in einer dichten Inszenierung belohnten die Zuschauer mit kräftigem und lang anhaltendem Beifall.  

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©Richter