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Mit Humor die Sprache erhalten

Plattdütsche Frünne Mit Humor die Sprache erhalten

Zum vierten Mal haben die Plattdütschen Frünne die Kirmes in Ecklingerode eröffnet. „Wir wollen mit unseren Veranstaltungen zum Erhalt der Plattdeutschen Sprache beitragen“, erklärte der Gieboldehäuser Frünne-Vorsitzende Werner Grobecker, warum die Akteure regelmäßig im gesamten Eichsfeld auftreten.

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„Drei Dorfweiber auf dem Traumschiff“ (von links): Elisabeth Arend, Monika Müller und Beate Nickel.

Quelle: Niklas Richter

Ecklingerode. „Der Abend ist in den vergangenen Jahren immer auf große Resonanz gestoßen“, berichtete der Ecklingeröder Kirmesburschen-Vorsitzende Christoph Schulze. „Wir veranstalten ihn für die alten Junggebliebenen.“ Dadurch böte sich eine Gelegenheit zusammenzukommen. Auch Grobecker sieht das gemeinschaftliche Treffen als wichtigen Bestandteil: „Alle sind fröhlich und haben Spaß.“ Man müsse die Leute kommunizieren lassen, damit die Sprache in Gebrauch bleibe.

Gegensätze auf dem Traumschiff

Zunächst aber sorgten die Akteure auf der Bühne für Unterhaltung. Unter anderem unterzog der Ecklingeröder Kunibert Busse Otto-Reutter-Lieder einer leichten plattdeutschen Anpassung. Den optischen Höhepunkt des Programms lieferten Elisabeth Arend als Hilde vom Hinterdorf und Monika Müller als Wilma von Gerblingerode, die auf dem Traumschiff auf die adelige Frieda Freifrau von Sonnenstein, gespielt von Beate Nickel, trafen. Dabei kollidierten die unterschiedlichen Welten des Trios auf humorvolle Weise.

Auf der einen Seite die platt sprechenden Dörflerinnen Hilde und Wilma, auf der anderen die Dame aus der gehobenen Gesellschaft mit der passenden hochdeutschen Ausdrucksweise. Und die Unterschiede reichten bis zum Essen: Kälberblase und Leberwurst statt italienisch oder asiatisch mit Stäbchen. Das Trio kennt sich bereits länger als ein Vierteljahrhundert. „Monika Müller war unsere erste Bekanntschaft, als die Grenze aufging“, erinnert sich die Ecklingeröderin Beate Nickel. „Und daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt. Die Gerblingeröder sind eigentlich seitdem bei allen unseren Feiern dabei.“

Rentnerleben und Energie sparen

Aber auch die übrigen Beiträge sorgten für zahlreiche Lacher. Lydia Langenohl aus Seulingen berichtete von einer vermeintlichen Wallfahrt nach Kevelaer, die allerdings im Sambazug nach Königswinter endete. „Ick hob nix bereut“, endete die Rednerin. Adolf Schmidt aus Hillersheim erzählte über sein Rentnerleben mit dem „Kannste-meck-Verein“.

„Kannste meck nich was besorgen, wenn nich hüt dann morgen?“ Elisabeth Krone gab Tipps zum Energiesparen und Hermann Frederici sang zum Abschluss ein Lied, das Grobeckers Ziel beinhaltet: „Plattdütsch dorf nich untergahn!“

2 Bilder und Video unter gturl.de/plattdütsch

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