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„Die Wirtschaftsbetriebe bekommen ein Gesicht“

Wechsel im März „Die Wirtschaftsbetriebe bekommen ein Gesicht“

Führungswechsel bei den Eichsfelder Wirtschaftsbetrieben (EWB): Der Duderstädter Versorger wird ab März 2012 von Gerold Wucherpfennig geleitet.

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Im Zugzwang

Mit Energie für die Zukunft der Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe: Josef Nolte (links) und Reinhold Schneegans.

Quelle: Tietzek

Der Thüringer CDU-Landtagsabgeordnete und frühere Minister löst in einem Jahr den jetzigen Geschäftsführer Reinhold Schneegans ab. Das hat der EWB-Aufsichtsrat beschlossen.

Das Gremium habe sich frühzeitig auf Wucherpfennig festgelegt, „weil wir ihn für die EWB haben wollten“, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Josef Nolte. Den Seulinger hält er für eine „Persönlichkeit, die die EWB sichern helfen kann“. Die Unternehmensgruppe solle eigenständig bleiben, dazu könne Wucherpfennig mit seinen Verbindungen beitragen. „Die Wirtschaftsbetriebe bekommen ein Gesicht“, bringt Nolte es auf den Punkt. Einstimmig habe sich der Aufsichtsrat für Wucherpfennig ausgesprochen, betont der Aufsichtsratschef. Sein Landtagsmandat werde der neue Geschäftsführer bis März 2012 niederlegen, führt Nolte aus. Das sei für den Aufsichtsrat wichtig gewesen, weil die EWB einen hauptamtlichen Geschäftsführer bräuchten, der sich mit ganzer Kraft seiner Aufgabe widme.

„Herr Schneegans wird bis zum letzten Tag hart arbeiten, und Herr Wucherpfennig wird ab dem ersten Tag hart arbeiten“, so Nolte mit Blick auf die Stabübergabe in einem Jahr. Es werde ein Wechsel in voller Fahrt, macht der amtierende Geschäftsführer Schneegans deutlich. Er wird 2012 mit 63 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Das sei bereits bei seiner Berufung zum Geschäftsführer vereinbart worden.

An der fachlichen Qualifikation Wucherpfennigs haben Nolte und Schneegans keinen Zweifel. Sie verweisen auf seine Tätigkeiten im Bau- und Umweltbereich beim Landkreis Worbis und als Thüringer Minister. Ein klares „Ja“ kommt auch von Wucherpfennig bei der Frage, ob er sich qualifiziert fühle. In seinen Regierungsämtern sei es immer wieder um „das Zukunftsthema“ Energie gegangen.

Was wird aus seiner politischen Karriere? „Das ist der endgültige Abschied von der Politik“, erklärt Wucherpfennig. Warum wechselt er zur EWB? „Ich stand vor der Wahl, nach Berlin, Frankfurt oder Duderstadt zu gehen.“ Er habe sich für die Heimat entschieden. „Ich werde 54, habe 20 Jahre als Eichsfelder Wanderarbeiter hinter mir“, erklärt der Seulinger. Das wolle er jetzt beenden, auch um sein ehrenamtliches Engagement in der Region fortführen zu können. Wucherpfennig will unter anderem Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsverbandes Eichsfeld (HVE) bleiben.

  EWB
  Die Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB) sind ein kommunales Versorgungsunternehmen mit Sitz in Duderstadt. Bei der Unternehmensgruppe – Tochterunternehmen sind die Eichsfelder Energie- und Wasserversorgungsgesellschaft (EEW) sowie die Eichsfelder Blockheizkraftwerk- und Bäder Gesellschaft (EBB) – arbeiten knapp 60 Beschäftigte. Die EWB führt die Abwasserreinigung für die Stadt Duderstadt durch; die EEW ist für die Bereiche Strom und Wasser, die EBB für die Bäder und die Wärmeversorgung des Wohngebietes „Über dem Siebigsbach“ zuständig. Eigentümer der EWB sind aktuell die Stadt Duderstadt (mit 77,17 Prozent der Anteile) und die Samtgemeinden Gieboldehausen (18,90 Prozent) und Radolfshausen (3,93 Prozent). Den Aufsichtsrat bilden Vertreter der Kommunen, wobei elf der CDU angehören, drei der SPD, einer der WDB.
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Kommentar

Der Vorwurf der parteipolitischen Postenschacherei liegt nahe, wenn ein Abgeordneter an die Spitze eines kommunalen Unternehmens rückt. Und es ist wahrscheinlich, dass Gerold Wucherpfennig seine Vergangenheit als CDU-Minister in weiten Teilen des Aufsichtsrats wohl nicht zur Last gelegt wird.

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