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Diedrich: Verbraucher können Milchbauern helfen

Landfrauen werben Diedrich: Verbraucher können Milchbauern helfen

Die Milchbauern fürchten angesichts drastisch gesunkener Milchpreise um ihre Existenz. Das sei ein Problem für Landwirtschaft und dörfliches Leben insgesamt, macht Michaela Diedrich von den Landfrauen deutlich. Ihr Appell: Jeder könne beim Einkauf etwas dagegen tun.

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Alle Verbraucher trügen beim täglichen Einkauf Verantwortung für die existenzbedrohende Situation der Milchbauern, heißt es in einem offenen Brief des Niedersächsischen Landfrauenverbandes. Das Schreiben der Landesvorsitzenden Brigitte Scherb nimmt die Kreisvorsitzende Michaela Diedrich zum Anlass, sich ihrerseits direkt an die Menschen in der Region zu wenden.

Denn während sich Scherb mit ihren Forderungen nach fairen Wettbewerb und Maßnahmen zur Absatzsteigerung an Handel und Politik wendet, formuliert Diedrich ihren Appell an die Bürger: Erstens, die Verbraucher sollten darauf achten, heimische Produkte zu kaufen. So würden die Vermarkter sensibilisiert, auch die bäuerliche Zukunft im im Auge zu behalten. Zweitens, die Menschen müssten bereit sein, für Qualität zu zahlen. Diese Qualität der heimischen Milch sei garantiert. „Ich komme aus der Landwirtschaft. Ich weiß wovon ich rede“, verweist sie auf hohe Standards und strenge Kontrollen.

Drittens sollten die Menschen bei den Preisen auch die langfristige Entwicklung im Blick haben: „Wenn wir jetzt nicht am Ball bleiben, haben wir in zehn Jahren hier keine einzige Kuh mehr stehen“, macht Diedrich deutlich. Das habe Auswirkungen nicht nur für die Milchwirtschaft sondern auch für das dörfliche Leben. Viertens sollten sich die Menschen Produkte genau ansehen. Oft werde bei der Lebensmittelverarbeitung hochwertiges Milchfett durch Pflanzenfett ersetzt, so genannten Analogkäse. Auch im Speiseeis werde statt Milch oft Pflanzenfett verwendet. „Da muss der Verbraucher aufmerksam gucken, was er kauft“, so Diedrich.

Der leidenschaftliche Appell Diedrichs und der Landfrauen ist eine Unterstützung für die Milchbauern, die derzeit mit Demonstrationen und Hungerstreiks auf ihre Situation aufmerksam machen. Vor einem Jahr hatte es schon einmal Proteste bis hin zu einem Lieferboykott durch die Milchbauern gegeben. 

Damals wie heute lag der Milchpreis deutlich unter dem Wert von mindestens 40 Cent pro Liter. Zu diesem Preis könnten die Michviehhalter überhaupt erst kostendeckend produzieren, so Angaben des Bundesverbandes BDM. Aktuell bekommen die Bauern laut BDM zwischen 16 und 23 Cent für den Liter Milch.

Von Ulrich Lottmann

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