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Gestalten und Pflichtbewusstsein

Dieter Thriene Gestalten und Pflichtbewusstsein

In der ersten Sitzung haben Anfang November die Mitglieder des Ortsrates Gerblingerode Dieter Thriene (CDU) zum Ortsbürgermeister gewählt. Seit 30 Jahren ist der 67-Jährige – eigentlich aus Zufall – kommunalpolitisch aktiv. Für den Ort, der für den gebürtigen Duderstädter sein Zuhause wurde.

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Dieter Thriene

Quelle: Christina Hinzmann

Gerblingerode. „Durch die Politik habe ich viele Dinge gelernt“, sagt Thriene, „der Horizont weitet sich und man nimmt eine Menge auch für sich selbst mit.“ Mit Verve wirbt der Gerblingeröder Ortsbürgermeister für politisches Engagement. Gerade unter jungen Leuten. So lobt er nicht nur die drei jungen CDU-Ratsmitglieder Sven Gebhardt, David Baltes und Christian Wüstefeld, sondern auch den jungen Sozialdemokraten Enrico Thiele. „Ortsratsarbeit hat wenig mit großer Politik zu tun“, so Thriene. Hier gehe es um die Probleme, die Situation, manchmal „kleine Dinge“, die vor Ort sinnvoll mitgestaltet werden könnten. Je höher die Ebene, umso komplexer und politischer würden die Sachverhalte.

Erst kirchliches, dann politisches Engagement

In die Politik gelangte Thriene zufällig. Erst fand er in Gerblingerode ein Baugrundstück, dann überlegte er, bei der Pfarrgemeinderatswahl anzutreten – und unterlag. Bei der nächsten Wahl wurde er mit den meisten Stimmen schließlich sogar Vorsitzender. Politiker wurden auf den Mittdreißiger aufmerksam und überredeten ihn, in die Kommunalpolitik einzusteigen. Seit 1986 sitzt der Christdemokrat im Ortsrat, seit 25 Jahren im Stadtrat und seit 20 Jahren im Kreistag. 1990 übernahm er, noch vor Ende der Wahlperiode, von Hermann Hesse das Amt des Ortsbürgermeisters.

Aufregende Zeit nach der Wiedervereinigung

Eine heikle und kontroverse Zeit, findet Thriene: „20000 Fahrzeuge am Tag fuhren nach der Grenzöffnung durch den Ort.“ Nicht jeder war deshalb angetan von der Wiedervereinigung. Der Lärm und Gestank der Autos betraf vor allem die Anwohner an der Haupstraße. Mit mehr als einer Million Euro und durch die Unterstützung der damaligen Bundestagsabgeordneten Rita Süßmuth (CDU), konnten Häuser mit Lärmschutzfenstern ausgestattet werden. Weitere Millionen wurden dann in Ampeln, Übergänge und neue Ortseinfahrten investiert, auch nach zahlreichen Protesten der Bürger. „Das wir das alles in so kurzer Zeit hinbekamen, war schon positiv“, so Thriene. Andererseits enttäusche es ihn, wenn Maßnahmen, wie die Umgehungsstraße sich endlos hinzögen: „Mit den Plänen für einen Tunnel können wir leben, aber es ist sicherlich nicht die beste Lösung.“

Preußisches Pflichbewusstsein

Der gläubige Katholik, seit Jahrzehnten im Pfarr- und später Kirchengemeinderat aktiv, geht an seine Aufgaben fast mit einem preußischen Pflichtbewusstsein heran. Thriene ist kein Ortsbürgermeister, um Ortsbürgermeister zu sein, sondern „ich freue mich einfach, wenn ich Dinge erledigen kann.“ Mit der Zeit in den verschiedenen Ämtern kam die Routine. Die ersten Jahre, so frühere Leiter der Duderstädter Polizei, seien die schwersten, aber jeder müsse da seinen Weg selbst finden. „Ortsbürgermeister bin ich eigentlich den ganzen Tag über“, sagt Thriene, „manchmal auch nachts.“ Denn wer keine Verantwortung tragen oder Zeit investieren wolle, sei, egal auf welcher Ebene und in welcher Partei, falsch in der Politik.

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