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Diplom-Biologe referiert Ausbreitung des Wolfs

Umstrittener Isegrim Diplom-Biologe referiert Ausbreitung des Wolfs

Der Wolf sollte mit ganzjähriger Schonzeit ins Jagdrecht aufgenommen werden. Diese Ansicht vertritt der Diplom-Biologe Eckhard Wiesenthal, der während eines Vortrags in Breitenberg die Interessenskonflikte rund um diese Tierart thematisiert hat.

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Der Wolf sollte mit ganzjähriger Schonzeit ins Jagdrecht aufgenommen werden. Diese Ansicht vertritt der Diplom-Biologe Eckhard Wiesenthal.

Quelle: EPD

Breitenberg. Die Revierinhaber müssten dann reagieren können, wenn die Dichte der Wölfe und die Zahl der Konflikte zwischen Mensch und diesen Tieren zunehme, sagte der Wolfsberater der Jägerschaft Duderstadt, der am Dienstagabend auf Einladung des Arbeitskreises interessierter Landwirte im Eichsfeld ins Gasthaus Deppe gekommen war.

Derzeit würden 250 Wölfe in Deutschland leben, so der Präsident des Deutschen Wildgehegeverbandes. 

Die Internationale Union zum Erhalt der Natur habe den Wolf als weltweit "gering gefährdet" eingestuft, die hierzulande verbreitete westpolnische Population gelte aber als "hochgradig gefährdet" und vom Aussterben bedroht, erläuterte der Referent aus der Gemeinde Gleichen. Ein Wolfsrudel, das in der Regel rund 15 Mitglieder zähle, habe einen Einzugsbereich von rund 300 Quadratkilometern. Wölfe wanderten bis zu 1000 Kilometer, erfuhren die 30 Zuhörer.

Der Wolf gehöre zu den Tierarten, die am Ende der Nahrungskette stünden, berichtete Wiesenthal. Er sei daher ein wichtiger Indikator für Krankheiten für den Menschen, außerdem habe er einen "regulatorischen Nutzen in einem ökologischen Haushalt". Andererseits werde die bisherige Wirtschaftlichkeit in den Bereichen Landwirtschaft und Jagd "mit Sicherheit eingeschränkt", so der Referent, der zusammen mit seinem Bruder ein Planungsbüro für Tiergartengestaltung betreibt.

"Je weiter man in die Tiefen einer Großstadt kommt, umso mehr Interesse ist da, den Wolf zu erhalten", verwies der Gast auf Untersuchungen, die noch zu einem anderen Ergebnis kommen: "Je weiter sie aufs Land kommen, wo das Leben eben praktisch läuft, umso größer sind die Probleme, die damit verbunden sind." Eine Aufgabe sieht der Referent darin, "Emotionen aus der Debatte zu nehmen". Wichtig sei es, einen Kompromiss zu finden, wie man mit dem Wolf umgeht, den Wiesenthal für eine  "absolut faszinierendes Tier" hält.

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