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Dirk Wollersen eröffnet modernisierte Filiale in Seeburg

Dorfladen gerettet Dirk Wollersen eröffnet modernisierte Filiale in Seeburg

Als Bäckermeister Dirk Wollersen vor zwei Monaten nach einer Behördenkontrolle seine Seeburger Filiale schließen wollte, waren die Dorfbewohner geschockt. Umso größer ist die Erleichterung, dass nun doch alles ganz anders gekommen ist.

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Neuer Verkaufstresen, neue Regale, neue Beleuchtung, bekannte Gesichter: Bäckermeister Dirk Wollersen mit Mitarbeiterin Manuela Otto in der Seeburger Filiale.

Quelle: Richter

Seeburg. Der einzige Laden im Ort mit Backwaren,  Lebensmittelsortiment und Post   wird am heutigen Dienstag nach gut einer Woche Umbaupause  wiedereröffnet. „Das Geschäft ist nicht wiederzuerkennen und sehr ansprechend geworden“, sagt Bürgermeister Harald Finke (CDU) und steht mit dieser Meinung nicht alleine.

„Begeistert, dass der Bäcker  bei dem aus der Not geborenen Projekt soviel Initiative gezeigt hat und der Laden so schön geworden ist“, ist Petra Kluge: „Nicht nur die älteren Seeburger sind glücklich, dass die Geschäftsaufgabe abgewendet wurde.“ Mit ihren Mitstreiterinnen von der Nachbarschaftshilfe Radolfshausen hatte Kluge Unterschriften gegen die Schließung gesammelt und dazu beigetragen, dass Wollersen es sich noch einmal anders überlegt hat. Statt nur die eher kleineren Behördenauflagen zu erfüllen, hat er sich für einen Komplettumbau mit nachhaltigem Modernisierungskonzept  entschieden, rund 25 000 Euro investiert, für die Umbauarbeiten Ladenbau-Hunold aus Leinefelde und Akustik-Jünemann aus Duderstadt herangezogen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Statt rissiger Fliesen und Neonleuchten ohne Splitterschutz gibt es jetzt einen Holzimitat-Linoleumfußboden und eine Odenwald-Decke mit LED-Strahlern, statt gestrichener leicht abwaschbare beschichtete Wände. Der Verkaufsraum wirkt nicht kleiner als vorher, obwohl er geteilt und im hinteren Bereich Lager und Mitarbeiter-Aufenthaltsraum abgetrennt wurden. Der Stehtisch ist einer Sitz- und Kommunikationsecke mit Kunstledersesseln gewichen, die noch um einen Kaffee-Vollautomaten ergänzt wird.

„Für die Dekoration sorgt meine Frau“

Komplett neu ist auch die Verkaufstheke mit Regalen in dunkler Holzoptik und Natriumdampf-Pendelleuchten über den Auslagen. „Die machen das schönste Licht – gerade für Backwaren“, sagt Wollersen: „Wir sind jetzt auf dem neuesten Stand von Technik und Hygiene.“ Der Postschalter wurde in den Tresenbereich integriert. Das erspart nicht nur den Mitarbeiterinnen Michaela Otto und Ilona Rau, die an Bord bleiben und von Anja Störmer als Springerin unterstützt werden, Stufen und Lauferei.

Leicht vergrößert hat Wollersen sein Sortiment an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Die bezieht er nach der Insolvenz des Großhändlers Hoppe in Hann. Münden vorerst von Gutkauf-Hessen. Sie befinden sich jetzt samt Kühlregalen, Schulartikeln und Zeitschriften im Nebenraum, in dem zuvor der Postschalter stand. „Die Bäckerei-Filiale und die Lebensmittel-Abteilung mit Dorfladen-Flair sind jetzt getrennt“, sagt Wollersen. Die frischen Eier kommen nach wie vor aus dem Dorf, Wurstwaren von Jürgen Kerl und Honig von Imkern der Region. Wollersen erwägt auch eine Direktbelieferung der Filiale mit Lebensmitteln statt wie bisher einer Bedarfsaufstockung aus seinem Geschäft im ehemaligen Schlecker-Markt in Nesselröden.

Neben Quarkbällchen gibt es am Eröffnungstag in Seeburg kostenlos Kaffee und Kuchenhäppchen.  Die Öffnungszeiten – montags bis sonnabends von 6 bis 12 Uhr, dienstags bis freitags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr – bleiben unverändert. Während Brot, Brötchen und Kuchen weiterhin aus der Backstube in Hilkerode geliefert werden, will Wollersen in Seeburg künftig auch kleine Snacks anbieten, die vor Ort gebacken werden. Nur wie die Schaufensterauslagen gestaltet werden sollen, weiß der Obermeister der Bäcker-Innung noch nicht: „Für die Dekoration sorgt meine Frau.“

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©Richter