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Diskussion über Papst-Schrift „Freude des Evangeliums“

Christliche Sauertöpfe Diskussion über Papst-Schrift „Freude des Evangeliums“

Im Vatikan laufen die Menschen nicht mehr griesgrämig mit hängenden Köpfen umher, sondern schauen einander freundlich an und grüßen sich. „Es ist unglaublich, was der neue Papst bewirkt hat“, staunt Duderstadts Propst Bernd Galluschke.

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Quelle: Richter

Duderstadt. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Dekanats Untereichsfeld mit dem Kirchenkreis Harzer Land sowie dem katholischen und dem evangelischen Bildungswerk ging es um die erste größere Schrift des Papstes, das apostolische Schreiben „Die Freude des Evangeliums“. „Sauertöpfigkeit ist Franziskus  zuwider“, ergänzte Göttingens evangelischer Superintendent Friedrich Selter vor 40 Zuhörern. Der Papst kritisiere, dass viele Christen dreinschauten wie „in einer Fastenzeit ohne Ostern“. Die Gläubigen seien von Sünde und Trostlosigkeit, innerer Leere und Einsamkeit befreit. Das sollten sie ausstrahlen. An dieser Aufforderung könnten sich auch Lutheraner orientieren.

„Ich habe geglaubt, dass ich für das Durcharbeiten der Schrift eine Stunde Zeit brauche“, bekannte Dagmar Stoltmann-Lukas, die Ökumene-Beauftragte des Bistums Hildesheim. In der Vergangenheit hätte in Texten aus Rom wenig Neues gestanden. Die Schrift des Papstes sei anders. Sie würde sie auch beim zweiten und dritten Mal Lesen noch packen. Die Theologin sieht sich als Christin in Frage gestellt: „Strahle ich die Freude des Evangeliums aus?“

„Die Freude gilt es weiterzutragen, fordert Franziskus“, führte Stoltmann-Lukas aus. Eine solche Aufforderung zur Evangelisation sei für sie ungewohnt. Während ihrer Ausbildung hätten die Dozenten das Thema nur mit spitzen Fingern angefasst. „Nach Vorstellung des Papstes ist jeder getaufte Christ ein missionarischer Jünger“, erklärte Superintendent Selter. Das erinnere ihn an Martin Luthers Formulierung vom Priestertum aller Gläubigen.

Der Papst werte die Laien auf, meint der evangelische Christ. Franziskus traue dem Kichenvolk den Spürsinn zu, selbst Lösungen für Probleme zu finden. Der neue Papst erhebe nicht mehr den Anspruch, dass von Rom alles bestimmt werden müsse.

„Franziskus hebt die gesellschaftliche Bedeutung des Evangeliums hervor“, sagte Volkmar Keil, Superintendent des Kirchenkreises Harzer Land. Der Papst kritisiere offen den entfesselten Kapitalismus.

Von Michael Caspar

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