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„Don Camillo und Peppone“: Akteure kündigen Veranstaltungen und Fest an

Kräfte bündeln, um Integration zu ermöglichen „Don Camillo und Peppone“: Akteure kündigen Veranstaltungen und Fest an

Der Titel der Initiative ist einer mit einem Augenzwinkern, der Hintergrund ein ernster: Die „Don Camillo und Peppone“-Runde aus Vertretern von Kirche und Politik hat am Montagabend getagt, um über die Flüchtlingshilfe im gesamten Untereichsfeld zu beraten.

Duderstadt. „Auf überschaubarem Raum Initiativen vernetzen“ sei die Ausrichtung der Initiative Don Camillo und Peppone, die seit eineinhalb Jahren politische Amtsträger, Kirchenvertreter und Ehrenamtliche zusammenbringt, erklärte Propst Bernd Galluschke, der gemeinsam mit der Demografiebeauftragten des Landkreises Göttingen, Regina Meyer, durch den Abend führte. Auf Einladung der Caritas waren rund 40 Personen gekommen, um über Fragen der Flüchtlingshilfe zu sprechen.

Dabei plädierte Meyer dafür, die gute Vernetzung im Untereichsfeld zu nutzen. Funktionsträger mit Haupt- und Ehrenamtlichen zusammenzubringen sei eine der Aufgaben. Die Wohlfahrt sei der Schlüssel in der Flüchtlingsintegration, sagte sie, die Zuwanderung für eine Chance für die Dorfentwickung halte.

Null oder 1000 – alles ist 2016 möglich
Landrat Bernhard Reuter (SPD), Thomas Gerdau von der Aufsuchenden Flüchtlingssozialarbeit der Caritas und Hannah Mai, die mit dem Thema beim Landkreis Göttingen betraut ist, vermittelten einen Überblick über die aktuelle Situation. Neben den Menschen, die in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht seien – sie liegen in der Verantwortung des Landes Niedersachsens – habe der Landkreis Vorbereitungen zu treffen für die Integration derjenigen, die den Kommunen auf Dauer zugewiesen würden.

In diesem Jahr sind das noch weitere 100 Menschen. „Das ist nicht das Thema“, sagte Reuter. Im kommenden Jahr sei aber beinahe alles möglich – von Null bis 1000. Dabei sei ihm bewusst, dass in der Bevölkerung eine  ambivalente Stimmung herrsche – und wahrscheinlich auch in jedem einzelnen. Der Schlüssel zu einer gelungenen Integration sei die Information.

Zentrale Ansprechpartner, Bürgertelefon und eigene E-Mail-Adresse des Landkreises für alle Fragen zum Thema Flüchtlinge reichten nicht aus. Daher sei ein Stab für außergewöhnliche Ereignisse eingerichtet worden. Zukünftig werde es eine Website geben, auf der Informationen gesammelt würden, ein Infoplakat ist bereits auf der Seite des Landkreises zu finden. Auch die Ausbildung weiterer Integrationslotsen solle vorangetrieben werden. Damit die Herausforderung gemeistert werden könne, brauche es vier Säulen: Hauptamt, Ehrenamt, Sprache, Arbeit. Über allem stehe die Kommunikation. 

Gymnasium richtet Sprachlernklasse ein
Dies unterstütze auch Manfred Fraatz, Leiter des Kreissozialamtes. Er informiere die Bürgermeister über jede Neuzuweisung, das Schulverwaltungsamt gebe zudem die Informationen über schulpflichtige Kinder an die Schulen weiter, nahm er Bürgermeistern die Sorge, überrascht zu werden. Gerdau berichtete zudem, dass er im persönlichen Gespräch mit Geflüchteten Angebote für Sprachkurse weitergebe. Zudem, so Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), werde am Eichsfeldgymnasium eine Sprachlernklasse für Kinder bis 16 Jahren eingerichtet. 

Die Verbindung zwischen Ehrenamtlichen und Neuankömmlingen müsse verstärkt werden, darüber waren sich die Teilnehmer einig. Duderstadts Integrationsbeauftragte Regina Steffens-Grosche stelle den Erstkontakt her, danach aber dürfe das Angebot nicht abbrechen, um Helfer nicht zu frustrieren und Flüchtlingen weiter Unterstützung zu bieten.

Um Ehrenamtliche zusammenzubringen, soll es im Herbst ein interkulturelles Fest geben, einen „Markt der Möglichkeiten“, wie Gerdau sagte. Veranstalter soll die Ländliche Erwachsenenbildung (LEB) sein. Zudem kündigte Caritas-Vorstandssprecher Ralf Regenhardt weitere Informationsveranstaltungen und eine Broschüre an. Außerdem schlug er vor, Brücken zu schlagen zu den Vereinen.

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©Richter