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Dorf-Teams für die Daseinsvorsorge

Antrag auf Fördermittel vorbereitet Dorf-Teams für die Daseinsvorsorge

Initiativen zur Gestaltung des demografischen Wandels auf dem Land haben Konjunktur. Ein wichtiger Akteur im Eichsfeld ist der Caritasverband, der für ein neues Dorfprojekt beim Europäischen Sozialfonds Fördermittel aus dem Programm „Soziale Innovation“ einwerben will.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Gieboldehausen. Das Projekt ziele darauf ab, in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Nachbarschaftshilfen,  Seniorenobleuten, Pfarrgemeinderäten und weiteren örtlich vorhandenen Initiativen Dorfteams zu bilden, sagt Caritas-Geschäftsführer Ralph Regenhardt. Dafür will er das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) einspannen.

In ausgewählten Orten könnten Dorf-FSJ‘ler und Dorf-Bufdis der Caritas nach bedarfsorientierten Ansätzen dazu beitragen, den Verbleib in den eigenen vier Wänden sicherzustellen. Als Aufgabenfelder für die Daseinsvorsorge in den Dörfern nennt Regenhardt Fahrdienste, Ansprechpartner, Einkaufshilfe, Organisation von Besuchsdiensten, Begleitung von Arzt- und Behördengängen sowie kleine handwerkliche Nachbarschaftshilfen.

Angedacht ist vorerst ein Einsatz in bis zu zehn Gemeinden. Auch größere Orte wie Gieboldehausen sollen nicht ausgeklammert werden. Zurzeit erstellt die Caritas eine Sozialraumanalyse,  stellt das Modellprojekt in den politischen Gremien der Stadt Duderstadt sowie der Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen vor und erkundet das Interesse. Ein FSJ‘ler oder Bufdi – idealerweise aus dem Einzugsgebiet – könnte für zwei bis drei Gemeinden zuständig sein und soll einen zentralen Standort wie Grundschule, Gemeindebüro, Kindertagesstätte oder Pfarrheim zugewiesen bekommen.

„Wir sind noch in der Konzeptionsphase und nähern uns der Antragstellung“, sagt Regenhardt und würde sich über weitere Anregungen freuen: „Nach der Entscheidung über den Antrag könnte das Projekt im Herbst 2016 starten.“  Vom Europäischen Sozialfonds sind 60 Prozent Zuschuss zu erwarten, die Kofinanzierung will der Caritasverband über Eigenmittel und die Kommunen sicherstellen, über die „Junge Caritas“ aus Hildesheim die pädagogische Begleitung inklusive Start-Tag und Seminartagen sicherstellen.

Als „hervorragendes Instrument, das dazu dient, Menschen so lange wie möglich das Leben in ihrem Heimatort zu ermöglichen“ betrachtet Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) das Vorhaben, das Regenhardt zunächst im Sozialausschuss der Samtgemeinde Gieboldehausen vorgestellt hat: „Wir sind schon relativ gut aufgestellt und haben noch eine gute Infrastruktur, müssen uns aber rechtzeitig der künftigen Entwicklung stellen.“

Täglich 600 Patienten

Das Modellprojekt, für das sich der Caritasverband bewerben will, fügt sich ein in die Kampagne „Stadt – Land – Zukunft“ zur sozialen Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. „Der demografische Wandel macht uns zu schaffen“, sagt Geschäftsführer Ralph Regenhardt.

Die Sozialstation betreue im Untereichsfeld täglich 600 Patienten und fahre bis in den abgelegensten Ort – trotz der damit verbundenen Kosten: „Wir sind ein Wirtschaftsbetrieb mit 280 Mitarbeitern, aber auch ein Wohlfahrtsverband, und wissen um die Sorgen und Nöte der Menschen auf dem Land.“

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