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Dorferneuerungs-Weg: Wolfgang Nolte apricht über die nächsten Schritte

Eine Dorfregion in Aufbruchstimmung Dorferneuerungs-Weg: Wolfgang Nolte apricht über die nächsten Schritte

In sechs Dörfern der Stadt Duderstadt herrscht derzeit Aufbruchstimmung: Sie sind Teil des Niedersächsischen Dorferneuerungsprogramms, das zugleich mit dem Modellprojekt „Dorfentwicklung und Klimaschutz“ verknüpft ist.

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Quelle: Archivfoto

Neben dem Städtebauförderungsprogramm in der Innenstadt derzeit nicht nur die finanziell größte Investition in die Zukunft, sondern auch ein Lernprozess, von dem alle Orte eines Tages profitieren können. Darüber sprach Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) mit Nadine Eckermann.

Sechs Eichsfelder Dörfer sind in das aktuelle Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. In welchen Bereichen sollen sie eine Förderung erfahren können?
Dem Vortrag von Franz Brinker, Amt für regionale Landesentwicklung in Göttingen, war zu entnehmen, dass das Förderprogramm PFEIL derzeit noch bei der EU zur Genehmigung vorliegt. Erst danach werden die Förderrichtlinien auf Landesebene erlassen. Schwerpunkte der inhaltlichen Neuausrichtung der Dorfentwicklung sind Innenentwicklung, Klimaschutz und demografischer Wandel.

Die Stadt und die Dörfer erwarten, dass Maßnahmen in diesen drei Themenfeldern sehr gut gefördert werden. Klassische Aufgabe der Dorfentwicklung bleibt aber auch die Pflege des Dorfbildes, sowohl private als auch öffentliche Objekte betreffend. Das baukulturelle Erbe ist uns sehr wichtig.
Wie viel ist in den vergangenen Jahren bereits in die Dorferneuerung geflossen und aus welchen Töpfen?

Die Dorferneuerung ist ein Erfolgsmodell für Duderstadt. Bei insgesamt 219 Maßnahmen, 52 davon öffentlich und 167 privat, betrug das Investitionsvolumen fast 7,7 Millionen Euro, der Zuwendungsbetrag fast 3,3 Millionen Euro.

Die Dörfer werden gemeinsam als eine Dorfregion gefördert. Welche Vorteile bringt das mit sich?
Noch mehr Miteinander! Die Stadt geht davon aus, dass durch die gemeinschaftliche Herangehensweise zunächst mehr engagierte Bürger mit guten Ideen dabei sind. Viele Themen, zum Beispiel Vermarktungsinitiativen für landwirtschaftliche Produkte, aber auch für Immobilien, brauchen eigentlich das gleiche know-how, egal ob in Hilkerode oder in Immingerode. Insofern werden deutliche Synergieeffekte erwartet. Auch könnte die gemeinsame Arbeit dazu führen, dass gemeinsam genutzte Einrichtungen entstehen. Die Kindergarten- und Schulsituation in Hilkerode und Breitenberg sind dafür bestes Beispiel.

Werden dabei dennoch die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Orte berücksichtigt?
Die Duderstädter Dörfer sind in ihrer Struktur, Lage, Ausstattung und so weiter so vielgestaltig, dass Individualität nicht verloren gehen wird. Im Gegenteil: Es wird darauf ankommen, die Besonderheiten jedes Dorfes, die jeweiligen Chancen und Potenziale zu erkennen, herauszuarbeiten und zu entwickeln. Auch bei der Auftaktveranstaltung wurde schon klar gesagt, dass es in jedem Dorf Ortsbegehungen geben wird, um die spezifischen Bedürfnisse zu ergründen. Immingerode bleibt Immingerode und Hilkerode Hilkerode.

Seit einer Auftaktveranstaltung in der Eichsfeldhalle befinden sich die Dörfer in den Startlöchern. Derzeit werden Vertreter für jeden Ort benannt, die den Prozess begleiten. Welche Möglichkeiten haben Bürger, sich an dem Prozess zu beteiligen?
Die Stadt hat die Ortsbürgermeister und Ortsräte gebeten, je Dorf acht bis zehn Personen für die Mitarbeiter im Planungsbeirat zu gewinnen und zu benennen. Aus dieser Initiative hat sich ein breit aufgestellter, daher repräsentativer Personenkreis ergeben. Diese Gruppe ist aber nicht geschlossen. Wenn es weitere Personen gibt, die sich einbringen wollen, sei es zum gesamten gut ein Jahr dauernden Planungsprozess oder zu bestimmten Themen, sind diese herzlich willkommen.

Wichtig ist die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Landkreis Göttingen, dem Landvolk, den Eichsfelder Wirtschaftsbetrieben, Volksbank und Sparkasse, aber auch ganz konkret mit der Caritas. Schon jetzt möchte ich allen Mitmachern, Motoren und Motivatoren danke sagen.

An wen können sie sich bei Fragen wenden?
Ansprechpartner sind zunächst die Ortsbürgermeister. Bei der Stadt ist Rudolf Wengerek der Kontaktmann für den Planungsbeirat und als Schnittstelle zu den Planungsbüros Lange Puche und Puche sowie Brudniok. Er steht ab 17. März wieder für Fragen zur Verfügung.

Wie sind dann die nächsten Schritte für die kommenden Jahre?
Das nächste, was uns viel abverlangen wird, ist die Erarbeitung des Dorferneuerungsplanes. Dafür ist gut ein Jahr veranschlagt. In voraussichtlich bis zu 25 Treffen wird dann inhaltlich gearbeitet. An die Planungsphase wird sich die Umsetzungsphase anschließen. Dabei werden die erarbeiteten Projekte und Maßnahmen im Rahmen der zur Verfügung stehenden Förder- und Eigenmittel hoffentlich umgesetzt. Die bisherige klare Trennung zwischen Förder- und Umsetzungsphase wird teilweise aufgegeben.

Künftig wird die planerische Umsetzungsbegleitung mehr Gewicht bekommen. Die Stadt und ihre Dörfer gehen sicherlich einer guten und spannenden Zeit entgegen. Wir wollen wenig oder besser gar keine Hochglanzprodukte, sondern handfeste Ziele erreichen, die im Ergebnis als Verbesserungen und Vorteile sichtbar und spürbar sind. Und wir wollen die Lernerfolge weitergeben an alle Ortsteile und Dörfer. Mindestens einmal im Jahr sollten alle an einen Tisch gebracht werden, um die Bürger zu informieren.

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