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Dorferneuerungsprogramm startet in Duderstadt

Bürgerbeteiligung gefragt Dorferneuerungsprogramm startet in Duderstadt

Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode haben im vergangenen Jahr den Zuschlag bekommen: Sie sind in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsens aufgenommen worden. Gemeinsam bilden sie die „Dorfregion Duderstadt“ – und gemeinsam sollen Wege gefunden werden, die Dörfer fit zu machen für die Zukunft.

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Beispiele nehmen und zum Beispiel werden: In Duderstadt beginnt die Planungsphase für die Dorferneuerung.

Quelle: Richter

Duderstadt. Während einer Informationsveranstaltung in der Eichsfeldhalle ist am Dienstagabend der Startschuss für die Planungsphase gefallen. Tanja Klein von der Planungsgruppe Lange-Puche, Ortsplaner Hajo Brudniok, Wolfgang Kleine-Limberg von „Mensch und Region“ sowie Andreas Ochmann und Franz Brinker vom Amt für regionale Landesentwicklung informierten dabei über Schwerpunkte und Möglichkeiten.

In seinen einleitenden Worten formulierte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), mit welchen Erwartungen er in den Prozess geht: „Wir brauchen keine Strohfeuer, sondern Aktivierung und Weiterentwicklung unserer Dörfer.“  
Die Schwerpunkte Demografie, Inneneinrichtung und Klimaschutz seien „genau die Themen, die wir angehen müssen.“ Dazu gehöre auch, eventuellen Abbruch bestehender Gebäude zu genehmigen, wenn es keine schützenswerte Substanz gebe.

Leerstand muss nicht Leerstand bleiben
Brinker nahm den Faden auf: „Leerstand muss nicht immer Leerstand bleiben“, sagte er, machte aber zugleich klar, wie sich das Bild derzeit darstelle: Die Bevölkerungsentwicklung lasse erkennen, dass die Ballungsgebiete Zuwächse verzeichneten, die ländlichen Regionen aber Verluste hinnehmen müssen. Mit der Abwanderung ständen später nicht nur Häuser leer und die Immobilienpreise gingen in den Keller. Auch die Infrastruktur leide, der Öffentliche Personennahverkehr könne nicht mehr wirtschaftliche arbeiten, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote, ärztliche Versorgung, Seniorenbetreuung, Gastronomie und Schulangebote nähmen ab. Möglichkeiten, dem zu begegnen, gebe es, wenn die Bürger mitzögen. Denn einen Altbau zu sanieren oder abzureißen, um neu zu bauen, sei eine kostspielige Angelegenheit, die Idealismus erfordere. „Ein einzelnes Dorf ist oftmals überlastet mit der Aufgabe“, erklärte er, warum nun in der „Dorfregion Duderstadt“ gemeinsame Konzepte entwickelt werden sollen. Die Bedürfnisse der einzelnen Orte würden dabei berücksichtigt. Brudniok rief dazu auf, Strukturpotenziale zu aktivieren,  Vernetzungen zu schaffen, soziale Treffpunkte zu stärken und Anziehungspunkte nutzen, auch, um das Dorf besser vermarkten zu können. 

Zeitgemäß wohnen, ohne Identität zu verlieren
Möglicherweise müssten zudem Zentralisierungsgedanken, Gewerbegebiete möglichst geschlossen zu präsentieren, überdacht und der Kontakt zu den Hausbesitzern gesucht werden. An welchen Stellen ergeben Klimaschutzmaßnahmen im Altbaubestand auch wirtschaftlich Sinn?, laute die Frage. „Zeitgemäßes Wohnen mit energetischen Sanierungen, ohne Verlust der regionalen Identität, ist möglich“, machte er Mut. 

Klein rief dazu auf, sich im jetzt zu gründenden Planungsbeirat zu beteiligen. „Die politische Weichenstellung ist gegeben“, motivierte sie. Jetzt heiße es: „Positiv denken, anpacken, mitmachen.“ Die Ergebnisse seien nicht nur für ein Dorf nutzbar, sondern für die ganze Dorfregion. Kleine-Limberg machte zudem deutlich, dass das Modellvorhaben, das in Duderstadt gestartet werde, beispielhaft stehe für Klimaschutzmaßnahmen in zukünftigen Förderregionen. Die Arbeit, die in der „Vorzeigeregion“ Duderstadt geleistet werde, gebe anderen das Handwerkszeug für gelungene Strategien an die Hand. So könnten Fehler durch Alleingänge vermieden werden. Beispiele dafür gebe es genügend. Etwa das eines Hausbesitzers, der sich eine Mini-Windkraftanlage auf das Dach seines Hauses stellte – und dann feststellte, dass er bei dem Krach nicht schlafen könne.

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