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Drei Jahre Haft nach Raub an 93-Jähriger in Duderstadt

18-Jähriger verletzt Seniorin Drei Jahre Haft nach Raub an 93-Jähriger in Duderstadt

Das Opfer: eine 93 Jahre alte Frau, klein und zierlich. Der Angeklagte: ein 18 Jahre alter Mann von eher kräftiger Statur. Weil er sie beim Versuch die Handtasche zu stehlen verletzte, ist der Mann jetzt wegen schweren Raubes verurteilt worden.

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Einschlägig vorbestrafter 18-Jähriger verletzt Seniorin aus Duderstadt beim Diebstahl ihrer Handtasche.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Drei Jahre Haft kommen auf den 18-Jährigen zu, der nach Jugendstrafrecht verurteilt wurde.

Einbezogen ist eine Verurteilung aus dem Mai zu zehn Monaten Freiheitsstrafe. Außerdem muss er der Seniorin 4000 Euro Schmerzendgeld zahlen, sobald er dazu in der Lage ist. Richter Michael Pietzek stellte während der Urteilsbegründung heraus, dem Täter mit diesem Strafmaß die Chance zu geben, in Haft eine Ausbildung zu absolvieren.

Zunächst sah am Dienstag alles nach einem schnellen Verfahren aus: In Handschellen betrat der Mann den Gerichtssaal und gestand, was ihm die Staatsanwaltschaft vorwarf: Den Diebstahl von Getränken aus einem Supermarkt, den Diebstahl einer Packung Nudeln und eines Glases Soße an einem anderen Tag, zwei Fälle von Schwarzfahrens und den Überfall auf die alte Dame.

Weil er zwei Spielekonsolen im Wert von rund 800 Euro gestohlen hatte, war der 18-Jährige bereits verurteilt worden.

Den Handtaschen-Raub, in dessen Verlauf das 93 Jahre alte Opfer gestürzt war und sich einen Beckenbruch zugezogen hatte aufzuklären, gestaltete sich allerdings schwieriger als nach dem Geständnis des Angeklagten zunächst gedacht. Schließlich hatte er behauptet, zu der Tat angestiftet worden zu sein.

Zwei junge Männer hätten ihn zusammengeschlagen, um ihn zum Überfall zu zwingen, behauptete der Angeklagte. Daraufhin habe er der Dame die Handtasche mit 40 Euro geraubt und diese seinen Bekannten übergeben.

Um die Schilderung nachzuvollziehen, ordnete Pietzek einen Ortstermin an: Der Angeklagte in Handschellen, seine uniformierte Begleitung, Anwälte, Protokollantin, die Vertreterin der Jugendgerichtshilfe – alle am Prozess Beteiligten machten sich zunächst auf zum Pferdebrunnen an der Unterkirche.

Dort soll der Angeklagte das Opfer beobachtet und es bis in die Haberstraße verfolgt haben, wo es am 20. Mai gegen 19 Uhr zu dem Überfall gekommen war. Anschließend sei der Angeklagte zum Parkplatz Rosengasse gelaufen, um die Beute den Anstiftern zu übergeben, bevor er die Flucht über den Wall antrat.

Dort sollte der 18-Jährige den Ort des des Angriffs der mutmaßlichen Anstifter zeigen. Dies hatte zur Folge, dass die Prozessbeteiligen einen Marsch von der Rosengasse über den Aufgang Steintor und das Obertor bis hin zur Höhe des Stadtarchivs hinlegten.

Dort habe einer der Männer „hauptsächlich auf den Bauch“ eingeschlagen, während der andere überwiegend dabei gestanden habe, erklärte der junge Mann vor Ort. Inwiefern die Männer an dem schweren Raub beteiligt waren, soll nun ein Ermittlungsverfahren klären.

Für das Urteil gegen den einschlägig vorbestraften 18-Jährigen spiele die Anstiftung eher am Rande eine Rolle, sagte Pietzek. Eintscheidender sei, dass der Täter trotz der Gegenwehr des Opfers nicht von seiner Tat abgelassen habe. Auch der Zeitpunkt der Tat, zwei Wochen nach der letzten Verurteilung, spreche für die Strafe.

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