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Drei Tage und drei Nächte im kleinen Zelt

Duderstädter erklimmt den Mont Blanc Drei Tage und drei Nächte im kleinen Zelt

Einmal das Dach Europas sehen - für viele Hobbybergsteiger ist das eines der großen Ziele. Der Duderstädter Daniel Mühlhaus hat es erreicht.

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Daniel Mühlhaus auf dem schmalen Weg zum Gipfel des Mont Blanc.

Quelle: EF

Duderstadt. „Heute werden zum Everest einbeinige Asthmatiker hochgezogen, es werden Menschen hochgezerrt, die wegen eines Unfalls den ganzen Körper voller Titan haben. Jeder, der Geld dafür bezahlt, kann sich auf einen hohen Berg schleifen lassen. So etwas wollte ich nicht. Ich wollte eine Herausforderung für mich allein.“ Daniel Mühlhaus ist Mitglied des „Deutschen Alpenvereins“. Seine erste Hochtour zum Mont Blanc, die er gemeinsam mit seinem Kletterpartner Tobias Hirsch unternahm, hat der 29-Jährige bereits hinter sich. „Eigentlich beginnt man nicht mit so einem hohen Berg als Hobbybergsteiger. Aber unsere Tour im Jahr 2011 verlief einfacher als gedacht“, so der gebürtige Worbiser.

Als wunderbares Gefühl beschreibt Mühlhaus die Situation, als der bisher einzige Aufstieg der Eichsfelder Bergsteiger auf das Dach Europas glückte. Das Gepäckgewicht habe eine große Rolle gespielt: auch 2013 bei einer Tour mit einer Vierer-Seilschaft auf den höchsten Berg der Grajischen Alpen, den Gran Paradiso. Bei der zweiten Mont-Blanc-Tour habe sich das 30 Kilogramm schwere Gepäck als zu große Last erwiesen. „Auf dem Weg nach oben haben wir die Bérangère-Spitze überquert. Man geht auf einem schmalen Sattel“, beschrieb Mühlhaus den Pfad, an dem es „rechts und links hunderte Meter tief nach unten geht“. Nicht zuletzt wegen des Gepäcks entschieden die Bergsteiger, die Tour abzubrechen. Im Jahr 2015 sollten sich im Mont Blanc Massiv wieder die Geister scheiden. „Wir hatten alles berechnet, das leichteste Seil eingepackt und unser mitgeführtes Gewicht auf 18 Kilogramm minimiert“, beschreibt der Alpinist die vorläufig letzte Tour zum Mont Blanc, die er mit Raphael Große aus Niederorschel unternahm.

„Wir sind über die „Aiguille de Bionnassay“ geklettert. Dort bewegt man sich auf schmalen Felskanten, auf die lediglich eine Schuhbreite passt. Die Bionnassay-Spitze ist solch ein schmaler Grat, dass ein Bein auf italienischen und das andere auf französischen Boden steht.“ Auf 4000 Metern Höhe hatten beide bei schlechtem Wetter ihr Zelt aufgebaut. Nachdem Kontakt mit der Bergwacht hergestellt war, mussten sie drei Tage und Nächte im kleinen Zelt ausharren - bei Windgeschwindigkeiten über 100 Kilometern pro Stunde. Nach Wetterbesserung verletzte sich Mühlhaus, die Seilschaft verirrte sich in ein Lawinenfeld. „Mit der allerletzten Akkuleistung meines Handys habe ich die Gendarmerie in Chamonix erreicht. Die kamen mit einem Eurocopter, flogen an den Hang und drehten wieder ab.“ Wegen des steilen Geländes sei es niemand der Besatzung gelungen, abzuspringen. Dann habe sich der erste Retter in die Seilwinde eingeklinkt, heruntergelassen und gegrüßt: „You are the guys from Germany, right?“ „Von den Leuten der französischen Bergwacht wurden wir anschließend ins Tal geflogen.“

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©Richter