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Drogen verschenkt und Dartpfeile gewogen

Vor Gericht Drogen verschenkt und Dartpfeile gewogen

Wegen des Anbaus von Marihuana und wegen Handels damit hat sich ein 62-Jähriger vor dem Amtsgericht Duderstadt zu verantworten. Den Handel bestritt der Mann. Die Betäubungsmittel verwende er selbst zur Behandlung chronischer Schmerzen. Das Gericht will nun ein rechtsmedizinisches Gutachten einholen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Duderstadt. Er brauche das Marihuana wegen einer chronischen Rheuma-Erkrankung, gibt der Angeklagte zu Protokoll. Doch wirft dies eher mehr Fragen auf, als es beantwortet. Zum Beispiel, warum er eine Feinwaage gehabt habe. Die Antwort des 62-Jährigen: „Damit habe ich meine Dartpfeile gewogen.“ Als der Staatsanwalt auf Cannabis-Anhaftungen verweist, gibt der Mann doch zu, für den Eigenbedarf abgewogen zu haben.

 

Im Laufe der Verhandlung verstrickt sich der Angeklagte in Widersprüche. So soll er bei der Durchsuchung seiner Wohnung im April Beamten gegenüber gesagt haben: „Ein paar Gramm zum Geburtstag kommen immer gut an.“ Dass er hin und wieder etwas an Kumpel verschenke, gab er auch im Prozess zu. Von der Behandlung seines Rheuma-Leidens erwähnte er bei der Durchsuchung aber nichts. „Mit den Blüten habe ich mir Tee gekocht“, so der Angeklagte zur Verwendung der bereits abgepackten Drogen. Trotzdem hinterließ die Verpackung in für den Verkauf üblicher Form und Größe Fragen.

 

Dass sein Mandant mit den Drogen handele, schloss der Anwalt des Mannes mit Verweis auf die Qualität aus. Der Wirkstoffgehalt sei mit fünf Prozent bei 700 Gramm sehr schlecht gewesen. „Allein das spricht gegen ein Handeltreiben“, so der Verteidiger. Vor allem der Verweis auf die chronische Erkrankung kam nach Ansicht des Gerichts aber zu spät. Warum er nicht schon bei der Durchsuchung darauf hingewiesen habe, fragt Richter Michael Pietzek. Er habe unter Schock gestanden, so der 62-Jährige. „Warum haben Sie dann nicht einfach gar nichts gesagt?“, wendet Pietzek mit Verweis auf die Äußerungen zum Verschenken ein. Der weiteren Klärung bedarf nun die chronische Erkrankung des Mannes. Ein rechtsmedizinisches Gutachten soll klären, ob er tatsächlich zur Behandlung von Schmerzen auf die Betäubungsmittel angewiesen ist.

 

Von Finn Lieske

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