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Drogenpräventionstheater „Toxi Man“ regt in Duderstadt Diskussion an

Eichsfeldgymnasium Drogenpräventionstheater „Toxi Man“ regt in Duderstadt Diskussion an

Wie kann ich mein Kind vor Drogenmissbrauch schützen? Diese und weitere Fragen formulierten die Eltern der neunten Jahrgänge des Eichsfeldgymnasiums (EGD), bevor Wolfgang Sosnowski im Theaterstück „Toxi Man“ seine Drogenkarriere darstellte.

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Wolfgang Sosnowski

Quelle: EF/Archiv

Duderstadt. Vor wenigen Wochen hatten bereits die Neuntklässler das Stück angesehen und im Anschluss über die Drogenthematik diskutiert. Schulleitung und Förderverein des EGD wollten nun auch die Eltern in die Diskussion und Prävention zum Drogenmissbrauch einbinden und haben den „Toxi Man“ in einer Abendveranstaltung ins Forum des Schulzentrums Auf der Klappe geholt. „Auch an unserer Schule war Cannabis schon Thema. Dem wollen wir uns stellen. Sucht ist ein gesellschaftspolitisches Thema, und wir haben die Bildungsverantwortung“, erklärte Schulleiter Thomas Nebenführ.

 
Sosnowski war Polytoxikomane, konsumierte alles, was der Drogenmarkt hergab. Er ist heute der einzige noch Lebende seiner Jugendclique. „Toxi Man“ geht unter die Haut. „Über die emotionale Schiene erreiche ich die Jugendlichen“, erklärte Sosnowski, der seit seinem Entzug Präventionsarbeit betreibt.

 
„Ein Patentrezept gibt es leider nicht.“

 
Die Eltern hatten nach dem Theaterstück Gelegenheit, in kleinen Gruppen über vorgegebene Fragen zu diskutieren. „Wie reagiere ich, wenn ich einen Joint im Zimmer meines Kindes finde?“, „Was ist, wenn ich bemerke, dass regelmäßig Geld in meinem Portemonnaie fehlt?“ war auf Kärtchen zu lesen, die die Diskussion anregen sollten. Die Meinungen gingen auseinander: Schimpfen, strafen oder reden seien Möglichkeiten, dagegen vorzugehen, sagten die Eltern.
„Ein Patentrezept gibt es leider nicht“, betonte Martin Weber-Becker, Drogentherapeut bei der Caritas Duderstadt. Dass die richtige Vorgehensweise der Eltern bei Auffälligkeiten der Kinder nicht ganz einfach ist, beweist auch die kontroverse Diskussion unter Fachleuten. So sei eine strikte Regeleinhaltung von einem 12-Jährigen noch leichter einzufordern als von einem 16-Jährigen, sagte Ulrich Schmalstieg von der Caritas-Suchtberatung in Duderstadt.

 

Als Leitlinie, so waren sich die Beteiligten einig, sei es vor allem wichtig, mit den Jugendlichen im Kontakt und im Gespräch zu bleiben, um Veränderungen frühzeitig zu bemerken und auch bei Problemen noch an die Jugendlichen heranzukommen. „Auch in Duderstadt sind alle Drogen längst angekommen“, warnte Schmalstieg. Laut Statistik habe jeder zweite Jugendliche schon einen Joint geraucht. Weber-Becker ergänzte, dass vor allem labile Jugendliche empfänglich für Drogen seien. Eine gesunde Basis könnten Eltern bei ihren Kinder aber schaffen, indem sie frühzeitig Grenzen und Regeln aufstellten, selbst Vorbild seien, Interesse an den Kindern zeigten und Gesprächssituationen förderten.

 
Nebenführ merkte an, dass das Theaterstück „Toxi Man“ in Zukunft für alle 9. Jahrgänge vorgesehen sei. Auch Elternveranstaltungen seien in diesem Rahmen weiterhin geplant, was vom Förderverein unterstützt werde.
Hilfe und Infos bei der Suchtberatung der Caritas unter Telefon 05527/981360.

 

Von Claudia Nachtwey

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