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Appartementhäuser an Stadtmauer geplant

Duderstadt Appartementhäuser an Stadtmauer geplant

Für Diskussionen in den politischen Gremien sorgt ein Bauvorhaben im sensiblen Bereich von Stadtmauer und Clara-Gerlach-Garten. Zwischen Christian-Blank-Straße und der Straße "Hinter der Mauer" will der Duderstädter Bauunternehmer Volkmar Sommerfeld Appartementhäuser errichten.

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Die ehemalige Mitsche-Lagerhalle soll Wohnbebauung weichen.

Duderstadt. Nach mehreren Varianten, die von der Stadtverwaltung oder dem Investor aus unterschiedlichen Gründen wie Denkmalpflege und Wirtschaftlichkeit verworfen wurden, zeichnet sich jetzt ein Kompromiss ab. Unstrittig in allen Varianten ist ein zweigeschossiger Appartementblock mit 20 Wohnungen westlich des Clara-Gerlach-Gartens, den Sommerfeld parallel zur Wiechandgasse plant. Dafür soll die dort stehende ehemalige Lagerhalle des Sportgroßhandels Mitschke abgerissen werden.

Die Ab- und Zufahrt soll über die Christian-Blank-Straße gewährleistet werden, Parkmöglichkeiten in einer Tiefgarage mit öffentlichem Bereich geschaffen werden. Von dort aus soll jede Wohnung mit einem Fahrstuhl erreichbar sein. Die Fassade will Sommerfeld versetzt gestalten, sie mit Giebelgauben und Ladeluken an die historische Bebauung anpassen. Über den großen Appartementblock hinaus plant der Duderstädter als aufgelockerten Querriegel drei Stadtvillen mit je fünf Wohneinheiten, von denen eine im unteren Teil des Clara-Gerlach-Gartens angesiedelt werden soll.

Historische Gartenanlage

Mit dem Inhaber der Stiftung, die den Clara-Gerlach-Garten der Stadt überlassen hatte, hat Sommerfeld bereits Gespräche geführt. Durch einen Flächentausch könnte die Gartenanlage quasi um 90 Grad gedreht und um Freiflächen direkt an der Stadtmauer ergänzt werden. Die beiden alten Pappeln in der Gartenanlage könnten stehen bleiben, der sogenannte Hellergraben erlebbar gemacht werden, sagt Sommerfeld. Die Wohnungen in dem Appartementblock seien als Eigentumswohnungen mit Hausverwaltung geplant und hätten eine Größe von 54 bis 130 Quadratmeter. Als Vorteile nennt Sommerfeld Anonymität, reizvolle Lage und Barrierefreiheit. Die Wohnungen würden in Südwestrichtung ausgerichtet, spitze Dachneigungswinkel an die Duderstädter Dachlandschaft angepasst. Zur Straße "Hinter der Mauer" soll eine Notausfahrt angelegt werden. Federführend für die Umsetzung ist das Architekturbüro Markus Otto.

Die ursprünglich mit neun Wohneinheiten an der Stadtmauer geplante Stadtvilla wurde von der Stadtverwaltung abgelehnt. Im Ortsrat konnte Thomas Rössing-Schmalbach (CDU) die Bedenken der Denkmalpflege gegen diese Lösung nicht nachvollziehen: "Eine gute Idee mit aufgelockerter Bebauung wird torpediert."  Ebenso wie Thomas Gerlach (WDB) äußerte er aber "Bauschmerzen" bei einer möglichen Bebauung im Bereich des Clara-Gerlach-Gartens. Von einer schwierigen Situation sprach auch Matthias Schenke (SPD). Die Wohnungsbauinvestition sei zu begrüßen, der Clara-Gerlach-Garten aber ein Areal, das hergerichtet ein Highlight sein könnte: "Wir müssen klären, ob und in welchem Umfang die Gartenanlage zur Verfügung stehen soll."

Neuer Bauantrag

Ortsheimatpfleger Herbert Pfeiffer begrüßt das Bauprojekt vom Grundsatz her. Eine dem Umfeld angepasste Wohnbebauung werde den Charakter der  Umgebung positiv verstärken. Die von allen Parteien immer wieder formulierte Attraktivität der Altstadt werde verbessert. "Dass das nicht immer so sein konnte, beweisen die großen Freiflächen innerhalb des Walls", sagt Pfeiffer: "Sie sind Zeichen der Duderstädter Geschichte, die vom Bevölkerungsschwund und mangelnder wirtschaftlicher Stärke berichten."

Sommerfeld will für die jüngste Variante des Vorhabens jetzt einen neuen Bauantrag stellen. Der Unternehmer hofft, dass nach archäologischen Untersuchungen bis zum Frühjahr 2018 eine Genehmigung vorliegt und er dann loslegen kann.

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©Richter