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Duderstadt: Bunter Gegenprotest gegen "Freundeskreis"

Reden und Luftballons am Rathaus Duderstadt: Bunter Gegenprotest gegen "Freundeskreis"

Statt wie bisher am Obertor hat der „Freundeskreis Thüringen / Niedersachsen“ am Sonntag am Westerturm demonstriert. An dem „freiheitlichen Bürgertreff“ beteiligten sich rund 60 Teilnehmer. Etwa doppelt so viele Menschen hörten bei der Gegenkundgebung am Rathaus Musik und Redebeiträge.

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Etwa doppelt so viele Teilnehmer wie die Kundgebung des „Freundeskreises“ am Westerturm zählt die Gegendemo am Rathaus.

Quelle: Richter

Duderstadt. Lars Steinke, Organisator der Kundgebung, warf der Politik vor, zu versagen. Die Bundesregierung sei „führerlos“. Auch an den etablierten Parteien übte er Kritik: Die CDU sei keine christliche Partei, da sie aufgegeben habe „unserer Jugend Werte zu vermitteln“. Die SPD verkaufe „tagtäglich unsere Interessen“. Die Grünen „liebäugelten“ mit Kindern. Steinke sah seine Bewegung als „die Zukunft“. Ein Redner, der sich nicht vorstellte, kündigte  an, die Bewegung werde vielerorts „organisch wachsen“ und noch im ersten Quartal des Jahres ihr Anliegen nach Berlin tragen. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, skandierten die Zuhörer zustimmend.

Unter ihnen befanden sich wie in den Vorwochen unter anderem Vertreter der NPD. Hans Georg Schwedhelm (Grüne) nahm diesen Umstand bei der Gegendemonstration zum Anlass, den „Freundeskreis“ dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnen und fand Unterstützer in Lothar Dinges (WDB) und Doris Glahn (SPD), die sich in ihrem Redebeitrag für eine „Kultur der gegenseitigen Anerkennung“ stark machte.

Die Demo stand unter dem Motto „Gesicht zeigen für ein friedliches Miteinander aller Menschen in und um Duderstadt“. Unter anderem berichteten drei Schülerinnen des Eichsfeldgymnasiums von ihrem Engagement in der Flüchtlingshilfe – und lobten den „Freundeskreis“, dass er sich um die Jugend sorge. Allerdings, so die Jugendlichen: Wenn die Flüchtlinge der Grund dafür seien, dann gebe es schlicht keinen Anlass zur Beunruhigung. Anschließend ließen sie bunte Ballons steigen.

Von Nadine Eckermann und Gunnar Müller

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