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Trennendes nicht in den Mittelpunkt stellen

Diskussion zu 500 Jahren Reformation Trennendes nicht in den Mittelpunkt stellen

Das Kirchenverständnis trennt Katholiken und Lutheraner, erklärte Propst Bernd Galluschke bei einer Diskussion im Duderstädter Zentrum für Kirchenentwicklung. Doch zukunftsfähig seien die Konfessionen nur, wenn sie sich gemeinsam den gesellschaftlichen Entwicklungen stellten.

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 Propst Bernd Galluschke (Archivbild)

Quelle: Franke

Duderstadt. „Die Kirche schafft sich ab, wenn sie nur mit ihrer Selbstsicherung befasst ist“, warnte Galluschke. Sie verliere an Bedeutung, wenn sie das Trennende in den Mittelpunkt stelle, eine Sprache spreche, die kein Außenstehender verstehe, oder wenn sie 90 Prozent ihrer Ressourcen aufwende, um sich um fünf bis zehn Prozent ihrer Mitglieder zu kümmern. Keine Konfession solle sich für besser halten, denn dann sei sie nicht mehr dialogfähig.

Keil preist Wert der Verschiedenheit

Den Wert der Verschiedenheit pries Superintendent Volkmar Keil aus Osterode. Es wäre „ein Riesenverlust“, wenn eine der Kirchen und der ihr eigene „Ausdruck des Glaubens“ verschwände. Keil empfahl eine Doppelstrategie. Auf der einen Seite sollten die Konfessionen ihre Besonderheiten in „verdichteten Angeboten“ pflegen. Mit ihnen sprächen sie auch einige der anderen Konfession an. Manche Lutheraner gefielen Rosenkranzgebete oder die Marienverehrung. Einige Katholiken besuchten gerne evangelische Gottesdienste.

Auf der anderen Seite, so Keil, sollten die Konfessionen sich in theologisch unkritischen Feldern für eine Zusammenarbeit öffnen: etwa in der Jugend-, Alten- und Sozialarbeit oder bei der Gestaltung von Schützengottesdiensten.

Als weitere Felder nannte die katholische Theologin Maria Herrmann lebendige Adventskalender, Trauercafés, biblische Weinproben, Stundengebete oder Valentinsgottesdienste. Herrmann ist gemeinsam mit einer evangelischen Pastorin bei der ökumenischen Initiative Kirche hoch zwei aktiv, die 2013 einen Kogress mit 1400 Teilnehmern in Hannover organisierte.

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